VDI: Deutschland hat nicht genug IT-Fachkräfte

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VDI: Deutschland hat nicht genug IT-Fachkräfte
IT-Fachkraft
Der It-Fachkräftemangel hat inzwischen die großen Unternehmen erreicht.
 (Foto:
Oliver Berg
)

Hannover dpa Der Mangel an IT-Fachkräften in Deutschland hat sich dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) zufolge zugespitzt.

„Im vergangenen Jahr beklagte nur etwa jeder fünfte Befragte, dass IT-Fachkräfte für große Unternehmen schlecht oder sehr schlecht verfügbar sind - nun sieht es schon fast jeder Dritte so“, sagte der zuständige VDI-Manager Dieter Westerkamp auf der Technologiemesse CeBIT in Hannover.

Bei einer neuen Studie zum Thema Digitalisierung stellte sich dabei heraus, dass das Problem anders als früher neben kleinen und mittleren nun auch große Unternehmen betrifft.

Nach eigenen Berechnungen habe es 2016 insgesamt 28 800 offene Stellen für Informatiker gegeben - 23 Prozent mehr als im Schnitt des Vorjahrs. Westerkamp: „Das heißt: auf einen arbeitslos gemeldeten Informatiker kommen 3,5 offene Stellen.“ Viele befragte Experten rechneten noch mit einer Verschärfung dieses Engpasses. Damit drohe sich der Trend zu verstetigen, dass IT-Dienstleistungen in Standorte im Ausland verlagert oder aus dem Unternehmen herausgelöst werden.

Die größte Herausforderung beim digitalen Wandel besteht zudem für viele Betriebe nicht so sehr in der technologischen Beherrschbarkeit der Prozesse, sondern der Entwicklung und Umsetzung geeigneter neuer Geschäftsmodelle. International habe Deutschland dabei einen deutlichen Nachholbedarf, warnte der VDI. „Wir müssen viel mehr in digitalen Geschäftsmodellen denken“, forderte Westerkamp. Die fünftägige CeBIT will in diesem Jahr neue Technologien wie Roboter, künstliche Intelligenz oder Drohnen in konkreten Anwendungsbeispielen präsentieren. Zu der fünftägigen Veranstaltung mit über 3000 Ausstellern aus 70 Ländern werden rund 200 000 Besucher erwartet.

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Was man die Tage so lesen kann über Flüchtlinge die in Massen Arbeit bekommen, über Experten die der deutschen konjunktur noch mehr Power zutrauen usw. stimmt doch nachdenklich. Inbesonders wenn aus anderen Regionen der Welt anderes zu lesen ist. Nehmen wir doch mal gerade diesen Artikel in der Schwäbischen. Man könnte glatt vermuten Deutschland befinde sich im Wahlkampfmodus und Wirtschaft und Industrie setzt an für Merkel Wahlkampf zu machen. Dieser Verdacht bestärkt sich wenn man anderswo von einer neuen Blase in der IT Technologie industrie list.

Zitat:
"Ein Beispiel für die unverhältnismäßigen Bewertungen in der Branche ist das Unternehmen Snap, welches vor einigen Tagen an die Börse gebracht wurde. Snap ist erst fünf Jahre alt, hat ein faktisch kein Geschäftsmodell und macht seit seinem Bestehen nur Verluste. Obwohl die Aktien kein Mitspracherecht für die Investoren beinhalten, schoss der Kurs in die Höhe. Nachdem Analysten auf die enormen Risiken hingewiesen hatten, begann der Aktienkurs zu sinken.

Inzwischen fühlen sich viele Beobachter an die Zeit Ende der 1990er Jahre zurückerinnert, welche mit dem Platzen der sogenannten Dotcom-Blase gipfelte. „Wir sehen überbewertete Firmen, gefördert auf Grundlage von Hoffnungen, Träumen und Aspirationen und ohne gute Geschäftsmodelle. Unternehmen, die Nutzer und Zuschauer anstatt Profite zählen. Es gibt eine große Menge an Ähnlichkeiten zur damaligen Zeit“, wird ein Analyst zitiert." mehr

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Erinnert ihr euch noch an die Dotcom Blase. Von heute auf morgen war es aus mit dem schönen scheinbar sicheren Arbeitsleben im Bereich der IT Technologie. Massenhaft wurden die Fachkräfte die heute scheinbar wieder gesucht werden auf dem Arbeitslosenmüllplatz abgeladen. Wenns dann im Anschluß mal Arbeit als Butterbrotbeschmierer gab durfte der Spezialist froh sein. Also Leute geht in die IT Technik wenn ihr Spass dran habt. Lasst euch aber nicht erzählen dass es zu wenige von euch gäbe. Unternehmen und Personalchefs fühlen sich erst wohl wenn auf jedes Stellenangebot 25 Bewerber minimum anfragen.

Es ist wie bei den Zeitarbeitsfirmen, können die einen einzigen Arbeitsplatz vermitteln schreien sie als wenn es 30 Stellen zu besetzen gäbe. mehr

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