Friedrichshafen: Volleyballer des VfB stehen im Finale

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Christian Schyma
Volleyballer des VfB stehen im Finale

Geschafft: Tomas Rousseaux (vorne, dahinter David Sossenheimer) freuen sich über den zweiten Sieg und das Erreichen der Finalspiele.
Geschafft: Tomas Rousseaux (vorne, dahinter David Sossenheimer) freuen sich über den zweiten Sieg und das Erreichen der Finalspiele.
 (Foto:
Conny Kurth
)

Friedrichshafen sz „Finaaaale oho, Finaaaale ohohoho“ – auch wenn nur zehn Fans des VfB Friedrichshafen die weite Reise auf sich genommen hatten, waren sie am späten Samstagabend auch vor der Arena in Düren noch deutlich zu hören. Dank eines verdienten 3:1-(25:23, 22:25, 25:21, 25:21) Erfolges bei den Powervolleys haben die Häfler das Finale um die Meisterschaft in der Volleyball-Bundesliga erreicht. Der Gegner im Finale steht aber erst am Donnerstag fest: Die United Volleys Rhein Main gewannen mit 3:1 gegen die Berlin Recycling Volleys und erzwangen somit ein Entscheidungsspiel.

Auch für den Verlierer gab es am Ostersamstag in Düren jede Menge Beifall. „Raus mit Applaus“ hieß es aufseiten der Powervolleys, die dem Favoriten über zwei Stunden lang einen aufopferungsvollen Kampf geliefert hatten und deutlich stärker auftraten als noch sechs Tage zuvor am Bodensee. VfB-Coach Vital Heynen schickte wie schon in der ersten Partie seine derzeitige Stamm-Sieben mit Zuspieler Simon Tischer, den Mittelblockern Andreas Takvam und Georg Klein, David Sossenheimer und Tomas Rousseuaux in der Annahme, Michal Finger auf der Diagonalen und Markus Steuerwald als Libero ins Rennen.

Athanasios Protopsaltis hatte verletzungsbedingt erneut das Trikot als 2. Libero übergestreift. Den besseren Start vor 2200 Zuschauern erwischten die Hausherren (4:1), doch Finger & Co. blieben bis zur ersten technischen Auszeit auf Augenhöhe (8:7). Konstant mit ein oder zwei Punkten lag Düren auch bis zur zweiten technischen Auszeit vorne (16:14).

Glänzender Finger

Ein schöner Schnellangriff von Sossenheimer über die Mitte und ein Tischer-Block bescherte dem VfB die erste Führung an diesem Abend (16:18). Als das Zusammenspiel der beiden VfB-Leistungsträger kurz darauf scheiterte und ein Tischer-Aufschlag an der Netzkante hängenblieb (23:22), schien der Pegel zugunsten der Dürener auszuschlagen. Doch der erneut glänzend aufgelegte Finger und ein überragender Einerblock von Armin Mustedanovic sorgten für die Wende. Dürens Romans Sauss schmetterte den Ball zum 25:23-Satzgewinn für den VfB Friedrichshafen ins Aus. Auch im zweiten Satz lagen die Heynen-Schützlinge lange in Führung (6:3, 10:6 und 12:10), während Dürens Coach Tomi Tiilikainen immer wieder seinen Zuspieler Jay Blankenau zum Vier-Augen-Gespräch zu sich holte. Der Kanadier änderte seine Taktik, spielte nun deutlich variabler. Rumpunen, Sauss, Verhoeff und Andrei – die Last im Angriff verteilte sich nun auf mehrere Schultern.

Bis zum 19:19 blieben beide Teams auf Augenhöhe – dann blieben Finger und Sossenheimer hintereinander im Block hängen. Und als eine VfB-Abwehraktion zum 24:21 für Düren die Hallendecke touchierte, war der Satz verloren. Sauss machte kurz darauf den Deckel drauf. Wie so oft im Volleyball kam dem dritten Satz vorentscheidende Bedeutung zu.

Der VfB – weiter mit Mustedanovic – führte mit 11:8 und schien in dieser Phase sicher in der Spur zu sein. Doch dann schwächelten die Häfler mit einer 1:8-Serie, lagen plötzlich mit 12:16 im Hintertreffen. Heynen reagierte, brachte mit Tomas Kocian einen neuen Zuspieler und Rousseaux wieder in der Annahme.

Tolle Serie

Mit Erfolg: Der Belgier punktete zum 20:18, der VfB konterte seinerseits mit einer 8:2-Serie. Das hinterließ Spuren bei den Hausherren, die vier Fehler in Folge produzierten, bevor Finger die 2:1-Satzführung besorgte. „Dann geht’s eben in den Tiebreak – und den gewinnen wir“, machte der Hallensprecher Hoffnung. Kocian blieb in Durchgang vier auf dem Parkett und führte an alter Wirkungsstätte weiter gut Regie.

Bis zum 17:16 für den VfB blieb Düren dran, doch der Einerblock von Finger gegen Sauss zum 20:16 und spätestens dann das 23:19 von Roussseaux kam einer Vorentscheidung gleich. Der Annahmespieler ließ mit dem Matchball wenig später den VfB jubeln. „Der dritte Satz war entscheidend“, betonte VfB-Coach Heynen nach der Partie. „Düren hatte es da in der Hand, aber wir haben gut geantwortet. Unser Zuspieler Tomas Kocian hat uns weitergeholfen. Großes Kompliment an meine junge Mannschaft, wie sie mit dem Druck umgegangen ist. Denn jeder erwartet das Finale von uns. Aber wir können schon jetzt sehr zufrieden sein mit der Saison – nach dem Gewinn des Supercups und des DVV-Pokals. Und jetzt kämpfen wir auch noch um die Meisterschaft.“

Auch sein Gegenüber Tiilikainen stufte den dritten Durchgang als Schlüsselsatz ein: „Es gab da einige große Momente für beide Teams. Wir haben besser gespielt als am Bodensee – aber letztendlich ist Volleyball ein Fehlerspiel. Viele Dinge haben wir gut gemacht, einige aber eben auch nicht. Unser Aufschlag gehörte dazu.“

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