Friedrichshafen: Volleyball-Bundesliga: Duell der Giganten mit offenem Ausgang

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Christian Schyma
Volleyball-Bundesliga: Duell der Giganten mit offenem Ausgang
Das Top-Spiel seit Jahren: VfB gegen Berlin.
Das Top-Spiel seit Jahren: VfB gegen Berlin.
 (Foto:
günter kram
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Friedrichshfen/Berlin sz 3:0, 3:0 und 3:1. Eigentlich stellt sich da die Favoritenfrage erst gar nicht. Dreimal hat Volleyball-Bundesligist VfB Friedrichshafen in dieser Saison schon gegen Berlin Recycling Volleys gespielt – und alle drei Partien deutlich für sich entschieden. War der Supercup Mitte Oktober vielleicht noch eine zu frühe Standortbestimmung, kamen die Siege auswärts in der Bundesliga und im Pokalfinale von Mannheim dann schon als echte Richtungsweiser daher. Das vierte Duell der Giganten am Sonntag (5. März, ab 14.30 Uhr, ZF-Arena) liefert die Entscheidung, wer als Spitzenreiter die Hauptrunde beendet und mit der besseren Ausgangsposition in die Playoffs geht. Die SZ vergleicht die beiden punktgleichen Teams.

Aktuelle Form

Die Häfler wissen kaum mehr, wie sich eine Niederlage in der Bundesliga anfühlt. Die einzige in 19 Bundesligapartien liegt nämlich schon vier Monate zurück – das 0:3 in Düren. In den letzten zwölf Partien gab der VfB nur noch fünf Sätze ab. Die Volleys mussten sich nach der Heimpleite gegen den VfB noch mit 1:3 beim Angstgegner SVG Lüneburg geschlagen geben. In den sieben Partien danach gaben die Männer von der Spree aber nur noch zwei Sätze ab.

Belastung

Beide Mannschaften waren am Mittwoch in der Champions-League gefordert. Berlin musste allerdings ins italienische Civitanova reisen, während der VfB seinen Gegner aus Paris vor heimischer Kulisse empfangen durfte. Weil die Reisestrapazen wegfallen, liegt hier sicherlich ein kleiner Vorteil für die Häfler.

Heimstärke trifft Auswärtsstärke

Der VfB hat bis dato alle Bundesliga-Heimspiele mit 3:0 gewonnen – Ausnahme war das 3:2 gegen den TSV Herrsching. Mit Berlin kommt allerdings die beste Auswärtsmannschaft der Liga an den Bodensee: Alle Partien in der Fremde gewannen die Hauptstädter mit 3:0 – Ausnahme: das 3:1 bei den Rhein-Main Volleys

Psychologische Komponente

Die Volleys verloren zwar mit 0:3 in Civitanova, haben sich aber als Gruppenzweiter für die Runde der bestens zwölf Teams in der Champions-League qualifiziert. Der VfB schied mit 2:3 gegen Paris aus, verlor erstmals in dieser Saison ein entscheidendes Spiel. Die drei glatten Erfolge gegen Berlin sollten aber das nötige Selbstbewusstsein geben.

Spieler-Ranking

Bei den Topscorern der Liga findet sich nur VfB-Ass Michal Finger auf Rang sieben in den Top Ten, auch was die Angriffspunkte betrifft. Bester Berliner ist Robert Kromm auf Rang 17. Paul Carroll (BRV) gehört als Sechster zu den besten Aufschlägern der Liga, führt sogar die Statistik mit der Aufschlagswirkung an. Auf Rang 18 bei den Aufschlagpunkten folgt mit Simon Tischer der erste VfB-Akteur. Effizientester Angreifer der Liga ist VfB-Mittelblocker Andreas Takvam vor Berlins Graham Vigrass. Auch bei den direkten Blockpunkten liegt Takvam vor Vigrass. Die Kategorie „Perfekte Annahme“ führt der frühere VfB-Libero und Neu-Berliner Luke Perry an. Auf Platz zwei und drei folgen mit David Sossenheimer und Athanasios Protopsaltis zwei Häfler. Die beste Abwehrquote weist VfB-Annahmespieler Armin Mustedanovic vor Perry auf. Bei der Zuspieleffizienz liegt VfB-Ass Tomas Kocian vor den beiden BRV-Regisseuren Sebastian Kühner und Tsimafei Zhukouski.

MVP-Auszeichnung

Mit sechsmal Gold hat VfB-Zuspieler Simon Tischer die meisten Auszeichnungen als wertvollster Spieler eingeheimst. Ihm folgen Paul Carroll und Ruben Schott (beide BR Volleys) sowie VfB-Mittelblocker Andreas Takvam mit jeweils viermal Gold.

Personal

Bei den Gästen von der Spree fehlt bekanntlich seit längerem Steven Marshall verletzungsbedingt. Auch Zuspieler Sebastian Kühner muss wegen einer Bauchmuskelverletzung am Sonntag pausieren. Derweil freut sich Publikumsliebling Felix Fischer auf sein 498. Bundesligaspiel. Eine Alternative für BRV-Coach Roberto Serniotti könnte wieder der mit einem Doppelspielrecht ausgestattete Egor Bogachev sein, der nach dem Abschied von Nikola Kovacevic in den Kader rückte. Auf der Diagonalen wechselten sich zuletzt Wouter ter Maat und Paul Carroll ab. VfB-Coach Vital Heynen kann dagegen aus dem Vollen schöpfen, alle Akteure sind fit. Die Startsechs vom Mittwoch plus Libero Markus Steuerwald könnte auch am Sonntag eine Option sein.

Entscheidende Elemente

Aufschlag und Annahme – das waren auch in den bisherigen Duellen immer die Komponenten, die das Spiel in eine Richtung kippen ließen. Daneben kommt dem ersten Tempo, dem Spiel über die Mitte, eine entscheidende Rolle zu.

Prognose

Die Zuschauer können sich auf ein enges Match freuen – diesmal womöglich mit mehr als drei Sätzen Volleyball auf höchstem Niveau. Und der Ausgang? Völlig offen...

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