Wangen: Thomas Brüchle: „Bin froh, wieder etwas länger in den eigenen vier Wänden zu sein“

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Thomas Brüchle: „Bin froh, wieder etwas länger in den eigenen vier Wänden zu sein“

Will im Sommer etwas kürzertreten: Thomas Brüchle.
Will im Sommer etwas kürzertreten: Thomas Brüchle.
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Archiv: Christian Flemming
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Deuchelried sz Eines der Aushängeschilder im Lindauer Sportleben ist Thomas Brüchle. Der erfolgreiche Tischtennisspieler – aktuell in Diensten des SV Deuchelried – hat in seiner langen Karriere schon fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Im Moment sehnt der Behindertensportler einer kleinen Trainingspause entgegen, bevor er sich auf neue Herausforderungen vorbereitet. Mit dem 40-Jährigen sprach SZ-Redakteur Peter Schlefsky.

Herr Brüchle, als Lehrer freuen Sie sich sicherlich schon auf die anstehenden Sommerferien. Was haben Sie sich für die schulfreie Zeit vorgenommen?

Seit sechs Jahren werde ich das erste Mal weniger trainieren. Statt fünf bis sechs Wochen werden es diesmal wohl nur drei Wochen sein. Mit der Team-WM hatte ich 2017 schon zwei Höhepunkte erlebt. Ich nehme mir jetzt eine kleine Pause, auch in beruflicher Hinsicht. Wenn man den Akku im Sommer nicht aufladen kann, dann kann der im Herbst ausgehen.

Wie sieht Ihre kleine Pause konkret aus?

Ich bin froh, wieder etwas länger in den eigenen vier Wänden zu sein. Oder mich mit Freunden treffe und Essen gehen kann, im Garten ein Buch lese oder an den See gehe.

Wie sieht Ihre Zwischenbilanz für das Wettkampfjahr 2017 aus?

Das nach-paralympische Jahr ist ein Zwischenjahr. Allerdings muss man auch dann den Kaderstatus erkämpfen und seine Leistung abrufen. Insgesamt bin ich aber zufrieden, eigentlich schon seit Rio (Herbst 2016). Auch mit der neuen Spielweise bin ich sicherer geworden.

Vor drei Jahren haben Sie Ihren Heimatverein TSG Zech verlassen und spielen seitdem für den SV Deuchelried. Bereuen Sie im Nachhinein den Wechsel?

Für mich ist der Wechsel nach Wangen einfach nochmals ein neuer Kick gewesen. Dort spiele ich in einer sehr jungen Mannschaft, in einem gut strukturierten Verein. Wobei das Letztere auch auf Lindau zutrifft.

Was hat sich Ihr Team in Deuchelried für die neue Saison vorgenommen?

Wir haben in den vergangenen zwei Jahren gegen den Abstieg gespielt und den Klassenerhalt in der Verbandsklasse Süd immer ganz knapp geschafft. Mit Ulrich Kersenfischer aus Kißlegg haben wir jetzt jedoch einen sehr guten Zugang bekommen. Er hat in den vergangenen Jahren unterklassig gespielt, zuvor in Niedersachsen jedoch höherklassig. Mit ihm trainiere ich seit zwei Jahren regelmäßig. Er ist sportlich wie menschlich für uns eine Verstärkung. Durch ihn wollen wir uns während der Spielzeit 2017/18 im oberen Tabellendrittel festsetzen, sofern wir von Verletzungssorgen verschont bleiben.

Wer zählt für Sie zu den Top-Favoriten der Tischtennis-Verbandsklasse Süd in der Saison 2017/18?

Zu den Top-Teams zähle ich vor allem den VfL Sindelfingen. Die haben sich an Nummer eins einen neuen Ausländer besorgt, ihre Jugendspieler werden immer besser. Auch der TTC Ergenzingen, der in der abgelaufenen Saison schon in der Relegation stand, hat Chancen auf den Meistertitel. Auch die haben sich nochmals verstärkt.

Was steht aktuell und in nächster Zeit für Sie an?

Bei den baden-württembergischen Meisterschaften im Rollstuhl-Tischtennis in Offenburg habe ich jüngst den Einzel-Hattrick geschafft und im Doppel mit meiner Partnerin gewonnen. Im August stehen Anfang und Ende August Lehrgänge auf dem Programm. Danach bereite ich mich auf die EM in Slowenien vor, die Ende September stattfindet. Da ich mit Kornwestheim in die 1. Bundesliga aufgestiegen bin, werde ich mit meinem neuen Spielerkollegen aus Großbritannien versuchen, in der neuen Saison die Klasse zu halten.

Werden Sie in Slowenien den EM-Titel im Einzel verteidigen können? Im Team dürfte es an der Seite mit Thomas Schmidberger ja keine Probleme mit der Titelverteidigung geben...

Es wird definitiv sicherlich sehr schwierig werden, Herrn Schmidberger nochmals zu schlagen (schmunzelt). Gesetzt bin ich hier an Nummer drei. Wichtig ist für mich, dass ich möglichst gut spiele. Im Team wollen Thomas und ich den vierten Titel hintereinander holen. Seit sieben Jahren sind wir da ungeschlagen und deshalb auch klarer Favorit. Wichtig wäre der EM-Titel auch für den Kaderstatus. Dann können wir bei der WM 2018 an den Start gehen.

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