Ehingen: TC Ehingen Meister dank Nervenstärke und Stehvermögen

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Andreas Wagner
TC Ehingen Meister dank Nervenstärke und Stehvermögen

Musste sich in seinem Einzel ganz schön strecken, behielt aber in drei Sätzen die Oberhand: Maximilian Boewer-Stelter vom Oberliga-Meister TC Ehingen.
Musste sich in seinem Einzel ganz schön strecken, behielt aber in drei Sätzen die Oberhand: Maximilian Boewer-Stelter vom Oberliga-Meister TC Ehingen.
 (Foto:
SZ- Manfred Scherwinski
)

Ehingen sz Die Herren I des Tennisclubs Ehingen haben sich mit dem 6:3-Erfolg in einem hart umkämpften Spitzenspiel gegen den TC Oberstenfeld die Oberliga-Meisterschaft gesichert. Nach dem sechsten Sieg im sechsten Saisonspiel steht schon eine Runde vor Schluss fest: Nach nur zwei Jahren in der Oberliga verabschieden sich die Ehinger in die Württembergliga, in der sie 2018 antreten werden.

Erst 2015 war der TC Ehingen in die Oberliga aufgestiegen und nach einem ersten Jahr mit Abstiegskampf und Rang vier in der Abschlusstabelle wollte man 2017 den Abstand zur Abstiegszone vergrößern und vielleicht sogar ein Wörtchen im Kampf um die Spitze mitreden. TC-Sportwart Jiri Heinisch war Anfang Mai vor dem Auftaktspiel gegen Bietigheim zuversichtlich, wenn auch verhalten. Vom Titel war nicht die Rede. „Es war ursprünglich nicht geplant, dass wir aufsteigen“, sagt Mannschaftsführer Stefan Hofherr rückblickend, der auch auf den „schmalen Grat“ in der Oberliga verwies – schließlich müssten von den acht Teams drei und somit fast die Hälfte absteigen.

Klar war: Es geht um jeden Punkt, und das von Beginn an. Mit 6:3 glückte der Auftakt gegen Bietigheim, danach folgte ein 7:2-Auswärtserfolg in Fellbach und ein 5:4 zu Hause gegen Herrenberg. Der TC stand mit drei Siegen aus drei Spielen glänzend da und gewann Anfang Juli auch noch beim bis dahin im Spitzenfeld platzierten Aufsteiger TC Bad Schussenried mit 7:2. Die Gewissheit, dass es zu mehr reichen könnte als nur zum Klassenverbleib, wuchs. Nach der Hälfte der Runde sei ihnen bewusst gewesen, dass sie zu den ernsthaften Titelkandidaten zählten. „Das hat sich von Runde zu Runde ergeben“, sagt Hofherr.

Ein deutlicher Rückstand droht

Der Mannschaftsführer, der beruflich stark eingespannt ist und aufgrund fehlender Spielpraxis selbst bisher kein Spiel in dieser Saison bestritt, sieht Nervenstärke und Stehvermögen in den umkämpften Partien als wesentliche Gründe für den Erfolg. „Einer der Faktoren war, dass wir die Drei-Satz-Matches überwiegend für uns entschieden haben“, sagt Hofherr. Dies zeigte sich auch im Schlagerspiel gegen den als Tabellenzweiten angereisten TC Oberstenfeld. Den Ehingern drohte anfangs ein deutlicher Rückstand: Petar Trendafilov verlor das Spitzeneinzel gegen Ilija Vucic in zwei Sätzen, Karel Vesecky musste nach gewonnenem ersten Satz noch in den dritten Satz und unterlag unerwartet Steffen Gundermann ebenfalls.

Die an Position drei und vier aufgebotenen Maximilian Boewer-Stelter (gegen Julian Schöller) und Brendon Millington-Herrmann (gegen Dennis Michaelczyk) zogen im ersten Satz den Kürzeren und verloren im zweiten Durchgang früh ihr Aufschlagspiel: Boewer-Stelter sogar zweimal zum 0:3, Millington-Herrmann lag 0:2 in Rückstand. Beide TC-Spieler drehten den Spieß um, sicherten sich Satz zwei und waren im Match-Tiebreak nicht zu stoppen. Ihre Teamkollegen Ermis Tsiantaras an Position fünf (gegen Torben Traub) und Philipp Kober (gegen Mark Immler) gewannen in zwei Sätzen, doch hatten auch sie zu kämpfen. Die Bilanz nach den Einzeln: 4:2 nach Siegen, 9:6 nach Sätzen, 67:59 nach Spielen. Diese Zahlen „sagen alles“, sagt Hofherr. „Keine Position war eine klare Sache. Es hätte auch auch 3:3 oder 2:4 stehen können.“

Anders in den Doppeln: Trendafilov und Vesecky bezwangen Vucic/Michalczyk klar, auch Boewer-Stelter und Millington-Herrmann siegten in zwei Sätzen, nur Tsiantaras/Kober verloren. Aber das war nur noch für die Statistik.

Zwei Jahre nach dem erstmaligen Aufstieg in die Oberliga rückt der Verein nun erneut eine Klasse auf. Der Aufstieg in die Württembergliga sei das „Sahnehäubchen“ auf die bisherigen Erfolge, sagt Stefan Hofherr. Die Meisterschaft gefeiert hat die Mannschaft schon nach dem Spiel gegen Oberstenfeld, aber Teil zwei folgt am am Sonntag, 23. Juli, nach dem Saisonfinale gegen Rottweil – auch weil an diesem Tag die anderen Aktiven-Teams des TC ebenfalls spielen.

Am liebsten würden die Herren I des TC Ehingen auf eine Saison ohne Niederlage anstoßen – doch Rottweil, seit Sonntag auf Rang zwei, ist ein schwieriger Gegner, wie die Ehinger aus dem vergangenen Jahr wissen. In ihrer ersten Oberliga-Runde verloren sie gegen Rottweil, doch diesmal stehen die Vorzeichen anders: Der TC Ehingen kann ohne Druck aufspielen, während die Gäste auf ihre Nummer eins, den einen Rippenbruch auskurierenden Chilenen Cristóbal Saavedra Corvalán, verzichten müssen.

TC Ehingen – TC Oberstenfeld 6:3. Ergebnisse Einzel: Petar Trendafilov – Ilija Vucic 4:6, 4:6; Karel Vesecky – Steffen Gundermann 6:3, 4:6, 8:10; Maximilian Boewer-Stelter – Julian Schöller 6:7, 6:4, 10:3; Brendon Millington-Herrmann – Dennis Michalczyk 3:6, 6:3, 10:6; Ermis Tsiantaris – Torben Traub 7:5, 6:4; Philipp Kober – Mark Immler 6:3, 7:5. Doppel: Trendafilov/Vesecky – Vucic/Michalczyk 6:2, 6:2; Boewer-Stelter/Millington-Herrmann – Gundermann/Traub 6:2, 7:6; Tsiantaris/Kober – Schöller/Immler 4:6, 2:6.

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