Pfullendorf: Maximilian Schwarz hat schon Löwen-Luft geschnuppert

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Maximilian Schwarz hat schon Löwen-Luft geschnuppert

Andre Melchert präsentiert den vierten Neuzugang Maximilian Schwarz (links).
Andre Melchert präsentiert den vierten Neuzugang Maximilian Schwarz (links).
 (Foto:
Andreas Joas
)

Konstanz sz Langsam nimmt der Kader der HSG Konstanz für die kommende Saison Gestalt an. Der 24-Jährige Maximilian Schwarz ist Neuzugang Nummer vier und kommt von der SG Kronau-Östringen II, der in der 3. Liga spielenden zweiten Mannschaft der Rhein-Neckar Löwen. Der Linkshänder ist ein wurfgewaltiger Shooter im rechten Rückraum, wo bislang meist Paul Kaletsch als Rechtshänder eingesetzt wird. Sein Vertrag läuft über zwei Jahre.

„Mit ihm im Rückraum erhoffen wir uns noch einmal ein ganz anderes Spiel“, erklärt Andre Melchert, sportlicher Leiter der HSG. „So können wir Paul Kaletsch als sehr variablen Spieler auch auf anderen Positionen einsetzen.“ Sowohl auf der Spielmacherposition als auch im linken Rückraum konnte Kaletsch schon Erfahrungen sammeln und mit guten Leistungen überzeugen, sodass die HSG durch Schwarz noch schwerer auszurechnen sein wird.

Der bullige, 1,92 Meter große und 98 Kilogramm schwere Maximilian Schwarz überzeugte mit Statistiken und im im Probetraining. „Max ist ein junger, fitter, sehr durchtrainierter und großer Spieler, der einen guten Wurf hat“, lobt Melchert, „er ist sowohl sportlich als auch menschlich eine echte Bereicherung.“ Mit 80 Toren in 25 Einsätzen für Kronau ist Schwarz der viertbeste Torschütze der Bundesliga-Reserve. 72 Tore seiner 80 Treffer erzielte er in den letzten 15 Spielen. „Für mich ist es ganz wichtig, dass ich mich wohlfühle, dann bringe ich meine Leistung“, sagt Schwarz.

Jugendzeit in Pforzheim

Maximilian Schwarz soll auf Anhieb für Torgefahr über halbrechts sorgen. Der Linkshänder verfügt hierfür trotz seines jungen Alters schon über einiges an Erfahrung. „Ich hatte das Glück, dass ich nach konstant guten Leistungen über ein paar Monate hinweg mit den Profis der Rhein-Neckar Löwen trainieren durfte“, erzählt der gebürtige Pforzheimer.

In der Vorbereitung zählte Schwarz nach der Verletzung des Norwegers Harald Reinkind bei einem Turnier in Basel sogar kurzzeitig zum Profi-Kader und trug sich an der Seite der Weltstars in einer Partie gleich dreimal in die Torschützenliste ein. Die Löwen gewannen das Turnier. „Das hat Spaß gemacht und das Training mit solchen Spielern hat geholfen, besser zu werden. Da kann man sich einiges abschauen“, sagt der in der Jugend der SG Pforzheim/Eutingen groß gewordene Scharfschütze, einst badischer Auswahlspieler und in der A-Jugend-Bundesliga süddeutscher Meister mit der SG. Diese Erfahrungen habe er als „Opa der Mannschaft“, wie er sich selbst mit einem Augenzwinkern als drittältester Spieler der Löwen-Reserve bezeichnet, selbst weitergegeben: „Mit mir kann man immer reden, ich bin ein offener Mensch und gebe den Jungen gerne Tipps.“ In Sachen Fitness arbeitet er mit seinem Bruder. „Der hat einen Fitness-Tick“, meint der ehemalige Fußball-Stürmer, „aber ich mache das gerne und viel mit ihm, weil es dir unglaublich hilft.“

„Ich möchte nun sportlich weiterkommen“, begründet Schwarz, dessen Mutter für die Grünen im Landtag sitzt, seinen Wechsel an den Bodensee. Obwohl ihm mehrere Angebote – auch von einem aktuellen EHF-Pokalteilnehmer – vorlagen entschied er sich für die HSG. „Das Gesamtpaket aus professionellem und zugleich familiärem Umfeld, eine volle Halle mit super Stimmung und der Möglichkeit, im Studium gefördert zu werden. Das stimmt einfach“, sagt der Modellathlet.

„Ich freue mich auf die schöne Stadt und die sportliche Herausforderung. Jeder, dem ich von meiner Entscheidung erzählt habe, hat mir gratuliert.“ Nach den Erfahrungen mit den Profis hat der talentierte Linkshänder Blut geleckt: „Man hat gesehen, wie weit man noch weg davon ist und ich richtig Gas geben muss.“ Maximilian Schwarz zeichnet sich durch einen flexiblen Wurf aus, kann sowohl mit dem Sprung- als auch Schlagwurf für einfache Tore sorgen. Er spielt Tempohandball – genau wie die HSG Konstanz.

Mit 28 Punkten weist die HSG Konstanz derzeit vier Zähler Vorsprung auf die Abstiegsränge auf. Der 24-Jährige ist nicht nur deshalb fest vom Klassenerhalt überzeugt: „Mit dem Umfeld und dem Rückhalt der Stadt, dazu die Halle und mit diesen Fans muss die HSG in der 2. Bundesliga spielen.“ Schwarz wird parallel an der Exzellenzuniversität Konstanz Sportwissenschaft studieren, nachdem er bislang ein Philosophiestudium absolviert hat. Der Grund: „Ich bin Sportler durch und durch und möchte dies später gerne zu meinem Beruf machen.“

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