Friedrichshafen: Klare Siege und ein Tiebreak zum Auftakt der Play-offs

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Christian Schyma
Klare Siege und ein Tiebreak zum Auftakt der Play-offs

VfB-Mittelblocker Andreas Takvam ist mit seinem Schmetterschlag erfolgreich.
VfB-Mittelblocker Andreas Takvam ist mit seinem Schmetterschlag erfolgreich.
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Friedrichshafen sz Die Überraschungen sind zum Auftakt des Playoff-Viertelfinales in der Volleyball-Bundesliga ausgeblieben, in allen vier Partien setzten sich die Favoriten durch: Neben den Häflern zeigten die United Volleys Rhein Main beim 3:0 über den TSV Herrsching die souveränste Vorstellung. Die Berlin Recycling Volleys besiegten den TV Bühl letztendlich ungefährdet mit 3:1. Spannender machten es die Powervolleys in Düren, die gegen die SVG Lüneburg einen 0:2-Rückstand noch in ein 3:2 verwandelten. In der Abstiegsrunde legte der TV Rottenburg mit 3:1 gegen Solingen vor.

Große Emotionen und besondere Momente gab es in der Berliner Max-Schmeling-Halle: 5249 Zuschauer trugen Stirnband und feierten mit diesem Zeichen das 500. Spiel von Urgestein Felix Fischer. Beim 3:1-Erfolg (25:18, 25:16, 18:25, 25:18) gegen den TV Bühl mussten die Berliner alles in die Waagschale werfen. Fischer durfte von Beginn an ran und hatte beim Stand von 5:5 bereits drei Punkte gesammelt. Letztlich war die Durchschlagskraft der Berliner im Angriff erdrückend. Auch im zweiten Durchgang waren die Gastgeber voll im Rhythmus und liefen der Mannschaft von Gästetrainer Ruben Wolochin davon. Ein Aufschlagfehler von TVB-Zuspieler Kristen Clero entschied den zweiten Durchgang. Diagonalangreifer Slawomir Jungiewicz und Mittelblocker Sobirov sammelten in Durchgang drei aber fleißig Punkte und hielten schwächelnde Berliner auf Abstand - Satz drei ging völlig verdient an die Badener. Neben einem dynamischen Okolic, der wie entfesselt aufspielte, sorgte auch die Einwechslung von Paul Carroll für Jubel auf den Rängen (18:14). Mit starker Block-Abwehr zogen die Berliner dem Matchgewinn entgegen (23:15). Roberto Serniotti wechselte zum Matchball wieder Fischer ein und brachte nach langer Verletzungspause Steven Marshall als Libero für Luke Perry. Wiederum ein Aufschlagfehler von Clero entschied dann das Match. Ein sichtlich gerührter Felix Fischer kommentierte den besonderen Tag emotional: „Es ist ein tolles Gefühl, dass so viele Leute und auch die Mannschaft das Stirnband getragen haben. Der Einlauf in die Halle war ein absoluter Gänsehaut-Moment, etwas ganz Besonderes. Da war ich schon etwas sprachlos.“

Die United Volleys hatten den TSV Herrsching in der Fraport-Arena beim 3:0 (22, 20, 16) sicher im Griff und könnten nach dem Einzug ins Halbfinale des CEV-Pokals gegen Tours am kommenden Mittwoch auch in der Bundesliga ins Halbfinale kommen. Die Uniteds waren in den entscheidenden Satzphasen auf der Höhe. Wie beim 22:22 im ersten Durchgang. Jan Klobucar machte zunächst im Angriff den Punkt, rettete kurz danach in der Abwehr, so dass der eingewechselte Jannis Hopt den TSV-Akteur Matthew Tarantino zum Netzfehler zwingen konnte. Den anschließenden Satzball setzten die Gäste ins Aus. Ein ähnliches Bild bot sich im zweiten Satz. Diesmal war es Mittelblocker Lukas Bauer, der zweimal zur Stelle war und per Schnellangriff und Block das vorentscheidende 22:20 besorgte. Eine Aufschlagserie von Christian Dünnes, Kapitän auf Abschiedstour, sorgte für die 2:0-Satzführung. Dünnes gewann mit 15 Punkten auch klar das Topscorer-Duells mit Herrschings Tom Strohbach (8). Dennoch war Dünnes auch in diesem Match nicht mehr der Alleinunterhalter auf Seite der Volleys. „Maskenmann“ Jan Klobucar und Moritz Reichert steuerten mit elf beziehungsweise zehn Zählern ihren Teil bei. Das Heimspiel trägt der TSV am Mittwoch in Innsbruck aus, weil sich im Umkreis keine geeignete Halle fand. „Wir fahren jetzt aber nicht nach Innsbruck und gehen davon aus, dass es dort von alleine läuft“, sagtee United-Coach Michael Warm.

Einen Fünf-Satz-Krimi sahen die 1800 Zuschauer in der Arena Kreis Düren: Die Powervolleys drehten das Match gegen die SVG Lüneburg und gewannen den entscheidenden Tiebreak mit 15:13. „Wir können sehr, sehr froh sein, dass wir das Spiel noch gewonnen haben“, sagte Zuspieler Jay Blankenau. „Wir sind großartig zurückgekommen. Trotzdem hat man gesehen, dass wir einige Dinge besser machen müssen, um das Halbfinale zu erreichen.“ Am Ende entschied ein umstrittener Ball die Partie. Das Schiedsgericht übersah beim Matchball der Dürener eine vermeintliche Ballberührung der Hausherren. Die Powervolleys aus Düren jubelte, das Team aus Lüneburg haderte.

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