Friedrichshafen: Der nächste Gegner des VfB sieht sich voll im Soll

Schwäbische.de

Sport Lokal

Der nächste Gegner des VfB sieht sich voll im Soll

Für Manager Hannes Kronthaler sind die Alpenvolleys derzeit gut in der Spur.
Für Manager Hannes Kronthaler sind die Alpenvolleys derzeit gut in der Spur.
 (Foto:
gkr
)

Innsbruck/Friedrichshafen sz Volleyball-Bundesligist VfB Friedrichshafen gastiert zum Rückspiel der Hauptrunde am Mittwochabend bei den Hypo Tirol Alpenvolleys Haching (19 Uhr, Olympiahalle Innsbruck). Dabei trifft der ungeschlagene Spitzenreiter vom Bodensee auf den aktuellen Tabellenfünften, der in dieser Konstellation erstmals überhaupt in der höchsten, deutschen Spielklasse an den Start gegangen ist. „Ich bin froh, dass wir diesen Schritt gewagt haben“, stellt Hannes Kronthaler rückblickend auf den bisherigen Saisonverlauf fest.

Erst im Vorjahr formierten sich die Alpenvolleys aus der Kooperation des einstigen deutschen Bundesligisten TSV Unterhaching mit dem mehrfachen österreichischen Champion Hypo Tirol. Mit einer Wildcard ausgestattet, begeben sich die Volleyballprofis seit Mitte Oktober auf Punktejagd in der Bundesliga. Dass es Vorbehalte gegen die Teilnahme des Debütanten in der Volleyball-Bundesliga gab, hat Hannes Kronthaler immer noch im Hinterkopf. „Es ist kein Geheimnis: Düren, Rottenburg und Wusterhausen waren dagegen“, erinnert sich der 52-Jährige an die Entscheidungsfindung im zuständigen Gremium.

Doch hat er nach Saisonbeginn überwiegend positive Signale von Verantwortlichen der betreffenden Klubs erhalten („beim Spiel gegen die Netzhoppers wurde ich nicht unfreundlich empfangen“). Aus dem Umfeld von Düren etwa habe man ihm „relativ schnell gesagt“, dass die Alpenvolleys als „deutscher Klub mit österreichischem Mehrheitsanteileigner“ (Kronthaler) eine Bereicherung für die Bundesliga darstellen würden. Unterm Strich gesehen, sind für ihn die Alpenvolleys in der deutschen Volleyballszene akzeptiert. „Ich fühle mich mit dem Projekt super angenommen“, so der Manager.

Grundmotiv seiner Bemühungen war eine Art „Win-Win-Situation“: Hypo Tirol wollte sich mit anderen Teams auf konstant höherem Niveau messen. Zugleich wollte man einen Beitrag dafür leisten, dass die Volleyball-Bundesliga noch stärker werde. Platz fünf lautete im Vorfeld das Ziel von Hannes Kronthaler zum Ende der Hauptrunde – exakt auf dieser Tabellenposition findet sich das Team von Headcoach Stefan Chrtiansky nach sechs Siegen aus bislang zehn absolvierten Pflichtspielen nun wieder. „Wir sind im Plansoll“, lautet Kronthalers erstes Zwischenfazit.

3:2 gegen Düren, 2:3 gegen United

Vor allem der 3:2-Heimerfolg gegen die Powervolleys aus Düren ließ aufhorchen, aber auch die nur knappe Tiebreakniederlage kurz vor Weihnachten zu Hause gegen die United Volleys Rhein-Main. „Die Leistungen gegen Frankfurt und beim 1:3 in Berlin waren ansprechend“, lobt der 52-jährige Manager. Lediglich im Derby beim bayerischen Rivalen TSV Herrsching sei es nicht so gut gelaufen: „Das war ein schlechtes Spiel“, resümiert der Manager im Rückblick auf das 1:3.

Erst am vergangenen Wochenende bezwang der Bundesliganeuling zu Hause die Netzhoppers in drei eng verlaufenden Sätzen mit 3:0. Nach 17 Jahren war es das „vorerst“ letzte Mal, dass man vor heimischer Kulisse in der Universitätssporthalle (USI) aufgeschlagen habe. Ab sofort sollen, als eine der Bedingungen, die an die Wildcard-Vergabe geknüpft waren, die Heimspiele auf österreichischem Boden (neben den Auftritten in der Bayernwerk-Sportarena in Haching) nur noch in der Olympiahalle ausgetragen werden. Dort hat es Platz für 3000 Zuschauer – doppelt so viele, wie in die USI reinpassen. Und überdies sei auch Infrastruktur dort viel besser: „Mehr Parkplätze, ein größerer VIP-Raum und anderes mehr“, weiß Hannes Kronthaler.

Emsig arbeitet der 52-Jährige auf die Steigerung der Zuschauerzahlen hin: Der Zuspruch lag in den vorherigen Heimspielen in der USI bei 750 bis 1200 Besuchern. „Kalkuliert habe ich mit weniger“, betont Kronthaler, der bei Topteams wie Berlin oder Friedrichshafen in der Olympiahalle gerne die 2000er-Marke knacken möchte. Vielleicht gelingt dies schon am Mittwochabend, wenn der VfB seine Visitenkarte in Tirol abgibt.

Ganz nebenbei schiebt der Macher der Alpenvolleys den Häflern nach deren 3:0-Sieg über seine Mannen in der ZF-Arena Mitte Oktober auch im Rückspiel die Favoritenrolle zu: „Das ist gerade eine eigene Klasse in der Liga. Die kann man nur besiegen, wenn sie einen schlechten Tag erwischen.“

Das Gastspiel des VfB Friedrichshafen am Mittwochabend in Innsbruck beginnt um 19 Uhr. Spielort in der Tiroler Landeshauptstadt ist die Olympiahalle.

MEDIATHEK

ONLINE-PREMIUM
Ihr Kommentar zum Thema