Friedrichshafen: Das Knie bereitet Björn Andrae große Probleme

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Christian Schyma
Das Knie bereitet Björn Andrae große Probleme

Ob Björn Andrae am Samstag zum Play-off-Auftakt für die Netzhoppers in der Häfler ZF-Arena auflaufen kann, ist im Moment ungewiss.
Ob Björn Andrae am Samstag zum Play-off-Auftakt für die Netzhoppers in der Häfler ZF-Arena auflaufen kann, ist im Moment ungewiss.
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Friedrichshafen/Bestensee sz Es ist alles eine Frage des Knies. Hält es ruhig oder schmerzt es? Björn Andrae fiebert in diesen Tagen voller Vorfreude dem Play-off-Viertelfinale in der Volleyball-Bundesliga gegen den VfB Friedrichshafen entgegen. Doch ob der Außenangreifer der Netzhoppers KW am Samstag (19.30 Uhr, ZF-Arena) im ersten Duell bei seinem Ex-Klub auflaufen kann, ist derzeit fraglich.

Der 35-Jährige hat Wasser im Knie, musste am Freitag vor dem Pre-Play-off beim TV Rottenburg von Mannschaftsarzt Kai Dragowsky punktiert werden. Gut möglich, dass Andrae am Bodensee nur in der „Crunchtime“ der jeweiligen Sätze auf das Parkett kommt – wie schon am Mittwoch beim 3:1 im Entscheidungsspiel gegen die Rottenburger, als ihn Trainer Mirko Culic beim Stande von 15:20 im zweiten Satz einwechselte.

Zu diesem Zeitpunkt durchliefen die Netzhoppers gerade eine kritische Phase, lagen 0:1 in den Sätzen hinten und drohten auch Durchgang zwei zu verlieren. Doch Andrae half mit seiner Erfahrung – und hinterließ auch bei den Gästen großen Eindruck. Die Netzhoppers drehten den so wichtigen Satz noch mit 29:27 zu ihren Gunsten.

Im vierten Durchgang das gleiche Bild: Die Netzhoppers lagen deutlich mit 4:8 und 8:13 zurück, ehe der ehemalige Nationalspieler aufs Feld kam und für die Wende sorgte: Plötzlich hieß es 17:14, die Netzhoppers waren nicht mehr aufzuhalten. „Seine Einwechslungen waren der Knackpunkt“, glaubt auch Manager Arvid Kinder. „Er konnte das Team noch einmal puschen, ihm mit seiner Erfahrung helfen.“ Wie es am Samstag aussieht, wird sich wohl erst nach dem Aufwärmen zeigen. Durchaus denkbar, dass Trainer Culic seinen Leader fast komplett schont, um ihm dann beim Rückspiel am 26. März (16 Uhr, Landkost-Arena) mehr Spielanteile geben zu können.

Kurve zeigt nach oben

Unabhängig von Björn Andrae zeigte die Leistungskurve der Volleyballer aus Brandenburg seit Jahresbeginn deutlich nach oben: Fünf der vorherigen acht Partien konnten die Netzhoppers gewinnen, darunter war auch der 3:1-Überraschungssieg bei den Powervolleys in Düren – übrigens genau in der Arena, wo die Häfler ihre bis dato einzige Saisonniederlage kassiert hatten. Die erste Saisonhälfte verlief bei den „Kängurus“ dagegen eher schleppend. Nach dem Abgang von Zuspieler-Urgestein Manuel Rieke musste sein Nachfolger Taylor Hammond erst einmal die Abstimmung zu seinen Nebenleuten finden – und das dauerte einige Wochen.

So waren die Netzhoppers bei ihren ersten beiden Partien gegen den VfB chancenlos, holten beim 0:3 in Friedrichshafen in der Bundesliga 54 Punkte, beim 0:3 vor heimischer Kulisse im Pokal-Halbfinale sogar nur 48 Zähler. Doch beim 1:3 Mitte Februar im Bundesliga-Rückspiel sahen die Kräfteverhältnisse schon anders aus: Da gelang den Netzhoppers der Satzausgleich – und auch die anderen Durchgänge waren hart umkämpft. Am Ende hatten die Häfler einen einzigen Punkt mehr auf dem Konto. „An dieses Spiel müssen wir anknüpfen. Das war vielleicht unser bestes in dieser Saison“, so Geschäftsführer Arvid Kinder.

Auf der anderen Seite bleibt man in Brandenburg realistisch. „Es wäre eine riesige Überraschung, zweimal gegen den VfB zu gewinnen“, weiß Kinder. „Dennoch werden wir natürlich alles geben.“ Ohnehin können die Netzhoppers relativ befreit aufspielen: Das Mindestziel Viertelfinale ist erreicht, im Pokal fehlte nur ein Schritt bis ins Finale. Platz sechs nach der Hauptrunde, der am Ende nur vier Punkte entfernt war, hätte natürlich noch einmal andere Möglichkeiten eröffnet. Aber letztendlich war der schwache Saisonstart eine zu große Last.

Der neue Sponsor, der sich im Bundesliga-Namen wiederfindet, lässt die Netzhoppers aber etwas beruhigter in die Zukunft blicken. „Und das Erreichen des Viertelfinales hilft natürlich bei Gesprächen mit anderen Sponsoren“, betont Arvid Kinder. Der junge Kader soll weitestgehend zusammenbleiben, Trainer Mirko Culic freut sich auf seine schon zehnte Saison als Chef der Netzhoppers.

Wie sich das Duell gegen den VfB entwickelt, wird maßgeblich vom Annahmeriegel mit Theo Zimmermann, Robin Hafemann und Libero Kamil Ratajczak abhängen. „Wir müssen so mutig wie zu Hause im Spiel gegen den VfB auftreten“, fordert Kinder. Wenn die Annahme steht, kann auch Diagonalangreifer Filip Gavenda – wie zuletzt gegen den TV Rottenburg – glänzen. So wird am Samstag wohl nicht nur das Knie von Björn Andrae entscheidend sein. Sondern auch Kopf und Kraft.

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