Lindau: „Abseits“ erfreut sich steigender Beliebtheit

Schwäbische.de

Sport Lokal

Benjamin Schwärzler
„Abseits“ erfreut sich steigender Beliebtheit
Eine Szene aus Folge 10 von „Abseits – der „Fußballtalk“ (von links): Bayram Özden, Ahmet Cil, Moderator Mustafa Inan, Stargast Christopher Knett von Austria Lustenau, Ali Inan und Seref Topal.
Eine Szene aus Folge 10 von „Abseits – der „Fußballtalk“ (von links): Bayram Özden, Ahmet Cil, Moderator Mustafa Inan, Stargast Christopher Knett von Austria Lustenau, Ali Inan und Seref Topal.
 (Foto:
Screenshot: Mustafa Inan
)

Lindau/Weiler sz Anfangs wollten sie nur schauen, wie es im Freundeskreis so ankommt. Inzwischen hat sich die Sache zu einem kleinen Internet-Hit entwickelt. Jede Sendung hat zwischen 20 000 und 25 000 Aufrufe bei Youtube. Die Klicks kommen inzwischen längst nicht mehr nur von Bekannten aus der heimischen Fußballszene, sondern aus ganz Deutschland und auch aus dem benachbarten Vorarlberg. Die Rede ist von „Abseits – Der Fußballtalk“. Dahinter stecken die Zwillingsbrüder Mustafa und Ali Inan (27) aus Lindau, der frühere Fußballprofi Bayram Özden (37) und Seref Topal (31) aus Weiler sowie neuerdings Ahmet Cil (31) aus Dornbirn, der den Stuhl des inzwischen ausgestiegenen Thomas Schröpfer aus Lindenberg übernommen hat.

„Abseits“ ähnelt dem bekannten Fernsehformat „Doppelpass“. Einmal pro Woche kommt die Runde zusammen, um über den aktuellen Bundesliga-Spieltag, Transfergerüchte, Fehlentscheidungen oder die Chancen des FC Bayern in der Champions League zu sprechen. Die ein- bis eineinhalbstündigen Videos laden die fünf Kumpels immer am Montagabend gegen 19 Uhr bei Youtube hoch. So kann die ganze Welt an ihren Diskussionen, Analysen, Thesen und auch Sticheleien teilhaben. „Wir wollen einen gesunden Mix aus Fachkompetenz und Humor“, sagt Mustafa Inan, der die Sendung moderiert und selber schon in der Landesliga gespielt hat.

„Es ist, als ob wir zuhause auf der Couch sitzen und uns über Fußball unterhalten“, sagt Seref Topal. Die Fünf wollen sich auch vor der Kamera so geben wie sie sind. Dass nicht jeder Wortbeitrag geschliffen daherkommt, es auch mal Versprecher gibt oder eine Diskussion etwas holpert – geschenkt. Zwar werden kurz vor der Sendung die Themenblöcke vorgegeben und es liegen Statistiken zum Nachschlagen bereit, doch der Rest passiert spontan. Halt Fußballfans, die über ihren Lieblingssport und ihre Herzensklubs debattieren.

Aufzeichnung ohne Pause

Inzwischen sind elf Sendungen im Kasten. Das Format wächst und wird immer besser. Die ersten Sendungen mussten noch geschnitten werden, weil es ständig Lachanfälle gab. Inzwischen wird ohne Pause aufgezeichnet. Feste Rubriken geben der Sendung eine Struktur. „Man wächst an seinen Aufgaben“, sagt Ali Inan. 25 000 Klicks, das ist in so kurzer Zeit eine respektable Zahl. Jetzt haben die Jungs Blut geleckt. Sie wollen mehr. Bis zum Saisonende sollen es 50 000 sein. „Nach oben gibt es keine geschlossenen Türen“, ist Mustafa Inan überzeugt. Zum Champions-League-Viertelfinale planen sie eine Livesendung via Facebook aus einem Café heraus.

Stargäste sollen dabei helfen, noch bekannter zu werden. Weil die Fünf vor allem durch Ex-Profi Bayram Özden in der Fußballszene ganz gut vernetzt sind, Spieler und Spielerberater kennen, haben sie es schon geschafft, Roberto Hilbert von Bayer Leverkusen und den früheren Bundesligatrainer Uwe Rappolder in ihre Sendung zu holen. Weitere Promis sollen folgen. Denn mit jedem Kontakt werde es leichter, an den nächsten Gast heranzukommen. Da gibt es dann wieder einen, der einen kennt, der einen kennt, der einen kennt. Beispielsweise ist der Gast der vergangenen Sendung, Torhüter Christopher Knett von Austria Lustenau, ein dicker Kumpel von David Alaba. Ihre Fühler in Richtung des Bayern-Profis haben die Fußballtalker schon ausgestreckt...

Aus der anfänglichen Neugier, was auf dem Spielplatz Youtube möglich ist, ist längst Ernsthaftigkeit geworden. Anstelle einer herkömmlichen Digitalkamera soll bald ein richtiges Filmteam her. Das einfache Tischmikro soll Headsets weichen. Denn der trotz Nachbearbeitung mitunter schlechte Ton ist ein Kritikpunkt, den die Fünf, die alles aus eigener Tasche zahlen, immer wieder zu hören bekommen. Auch die Länge ist ein Streitpunkt. Manche sagen, 30 bis 40 Minuten würden genügen. Aber sie wollen sich zumindest vorerst nicht zu sehr einschränken. Ein Fußballspiel dauert bekanntlich auch 90 Minuten.

Ihr Kommentar zum Thema