Friedrichshafen: 13-Jähriger sorgt für positive Schlagzeilen

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Volker Göbner
13-Jähriger sorgt für positive Schlagzeilen

Luca Jost aus Lindau ist aktuell in guter Form und hat auch für die Zukunft klare Ziele.
Luca Jost aus Lindau ist aktuell in guter Form und hat auch für die Zukunft klare Ziele.
 (Foto:
Soeren Hese
)

Friedrichshafen sz „Wasser, Wellen, Seen oder Meer: Opti-Segeln macht einfach Spaß“, schreibt der Lindauer Luca Jost auf seiner Homepage. Der 13-Jährige steht in der deutschen Rangliste der Optimisten Segler – das sind die 2,3 Meter kurzen viereckigen Segelboote für Kinder mit dem ebenso viereckigen Segel – auf Platz 27.

Die besten 80 Nachwuchssegler sind zur EM-/WM-Ausscheidung (WMA) vom 27. April bis zum 1. Mai in Warnemünde eingeladen. Nur die allerbesten bekommen dort ein Ticket für die Weltmeisterschaft 2017 in Thailand (dazu muss man in die Top fünf fahren) oder die Europameisterschaft in Bulgarien.

Einen besonderen Erfolg hat Luca Jost kürzlich am Gardasee errungen: In Riva segelte er auf Rang 18. Gemessen an den knapp 800 Teilnehmern in seiner Altersklasse ist das ein absolutes Spitzenergebnis. Der Gardasee ist auch sein Lieblingsrevier, „weil’s da immer Wind hat“. In die Top30 zu fahren, war sein Ziel – auch wenn er die größte Optimisten-Regatta der Welt nur als Trainings-Event für die WMA betrachtete. „Ohne Druck“ ist er in die Regatta gestartet. Sogar ein zweiter Platz ist ihm in den jeweils knapp 160 Boote großen Startgruppen gelungen. Gutes Wetter begünstigte die Regatta, und bei fast immer fünf bis sieben Windstärken waren die Nachwuchssegler voll gefordert. „Die Taktik am Gardasee ist eigentlich leicht. Aber diese in so riesigen Feldern auch umzusetzen, ist relativ kompliziert“, beschreibt Luca Jost.

Unter den besten 20

In den insgesamt zehn Wettfahrten ist es ihm gelungen, fast immer unter den besten 20 ins Ziel zu kommen. Nur einmal war er auf Platz 33 – konnte dieses Ergebnis aber als schlechtestes streichen. Gar so starken Wind liebt Luca Jost (der seit diesem Jahr für den Württembergischen Yacht-Club startet) nicht immer, „ich segle lieber bei Leichtwind wie am Bodensee“. Die jungen deutschen Segler waren dieses Jahr am Gardasee besonders erfolgreich. Vor Luca Jost segelten Florian Krauß (Seeshaupt) auf Rang zwei, Valentin Müller (Tutzing) auf Rang vier, Europameister Mewes Wieduwild (Berlin) auf Rang acht, Jonathan Steidle (Überlingen) auf Rang zehn und Julian Sensch (Starnberg) auf Rang 17. Erst Anfang April war Luca Jost mit einigen anderen Opti-Seglern des Württembergischen Yacht-Clubs am Rhein nahe Rust und gewann dort seine erste Opti-A-Regatta, auch wenn dort nur 25 Teilnehmer dabei waren.

Angefangen hatte alles mit einem Ferien-Segelkurs des Yacht-Clubs Langenargen. 2012 war Luca dort und fand Gefallen am Segelsport. Vor drei Jahren segelte er dann seine erste Regatta. Im vergangenen Sommer wechselte er zum Württembergischen Yacht-Club, „weil es dort regelmäßig Training unter der Woche und auch im Winter gibt“. Auch Lucas zwei Jahre jüngerer Bruder Leon segelt mit Begeisterung im Optimist. Zwei Kinder im Regattazirkus – das ist auch eine Herausforderung für die ganze Familie. Im Gegensatz zu vielen anderen Segelkindern hatten hier die Eltern vorher keinen Bezug zum Segelsport.

Eltern unterstützen Kinder

Vater Frank Jost hat erst später auch einen Segelkurs belegt, um die Grundlagen zu erlernen. „Wir haben gemerkt, das es ihnen Spaß macht. Wichtig ist, dass sie es von selbst wollen“, betont er. Während Luca am Gardasee war, segelte Leon (mit der Fördergruppe des Landesverbands) im slowenischen Portoroz auf Platz 68 – bei 472 Teilnehmern.

Bereits am Mittwoch nach Ostern sind Luca und sein Vater nach Warnemünde gefahren, um den 13-Jährigen mit sechs Tagen Training auf die WMA vorzubereiten. Das Valentin-Heider-Gymnasium in Lindau hat ihn dafür großzügig vom Unterricht befreit. Auch Leon Jost hat sich für die WMA gerade noch qualifiziert. Er wird dort mit Jahrgang 2007 der absolut jüngste Teilnehmer sein – für ein Ticket zur WM oder EM wird es diesmal aber wohl noch nicht reichen. Er macht daher noch Pause und kommt erst kurz vor der Regatta an die Ostsee.

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