Lindau: Stadt wirft Edeka Erpressungsversuch vor

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Stadt wirft Edeka Erpressungsversuch vor

Edeka wirbt unter dem Motto „Manches vermisst man erst, wenn es weg ist“ für ein neues E-Center auf dem Bahlsengelände.
Edeka wirbt unter dem Motto „Manches vermisst man erst, wenn es weg ist“ für ein neues E-Center auf dem Bahlsengelände.
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Bild: Edeka
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Lindau-Reutin dik Edeka will mit einem neuen E-Center unbedingt auf das frühere Bahlsengelände. Das weist die Stadt zurück. Andere Standorte seien sehr wohl denkbar. Darüber will Edeka aber nur nachdenken, wenn eine großangelegte Werbekampagne erfolglos bleibt.

Mit professioneller Unterstützung seiner Werber hat Edeka die Kampagne „Manches vermisst man erst, wenn es weg ist“ gestartet. Wie berichtet, muss das E-Center seinen Standort im Heuriedweg in einem Jahr räumen. Damit fielen eine Einkaufsmöglichkeit für die Kunden in Lindau und 50 Arbeitsplätze weg. Dabei habe Edeka einen Standort auf dem früheren Bahlsengelände gefunden unddort mit einem Investor einen modernen Markt geplant. Allerdings verweigert die Stadt eine Genehmigung, weil in dem Bereich jeglicher Einzelhandel ausgeschlossen ist.

Hansjochen Preußer, Gebietsleiter Expansion bei Edeka Südbayern, sowie Marktleiterin Bernadette Blank, Stellvertreter Ludwig Kakas und ihr Team haben eine Offensive gestartet. Zunächst gibt es im E-Center Broschüren, außerdem können Kunden für den Neubau unterschreiben. Verfügbar ist zudem eine Internetseite. Alles ist im Stil der üblichen Edeka-Werbung gehalten, nur dass ein Slogan diesmal lautet „Wir lieben Lindau“. Weitere Maßnahmen seien geplant, doch Genaues will Preußer noch nicht verraten.

Preußer hofft auf einen „Stimmungsumschwung“ bei der Stadtverwaltung und dem Stadtrat, die dann dem Antrag für das Bahlsenareal zustimmen sollen. Ein Neubau an einem anderen Standort sei nur ein Plan B, so dass Edeka darüber erst nach einem endgültigen Scheitern nachdenken werde, sagte Preußer der LZ.

Stadt verweist auf andere Standorte

„Wir verstehen das Verhalten von Edeka überhaupt nicht“, sagt Lindaus Pressesprecher Jürgen Widmer auf Anfrage der LZ. Stadtrat und Verwaltung würden nicht auf Grundlage von Stimmungen tätig, sondern habe den Markt im Gewerbegebiet auf Grundlage des Einzelhandlesgutachtens, des Stadtentwicklungskonzepts Isek und der Bebauungspläne abgelehnt. Und dabei soll es bleiben: „Wir lassen uns durch keinen öffentlichen Druck erpressen.“

Widmer zeigt sich verwundert, weil Preußer bei einem Gespräch in der Stadtverwaltung Anfang Februar die Haltung der Stadt eingestanden habe. Damals habe die Verwaltung auch Hinweise für geeignete andere Standorte gegeben, welche die Stadt möglich machen würde. Danach habe sich Edeka nicht mehr gemeldet – bis zum Start der Kampagne jetzt. Sollte Edeka neuerlich einen Bauantrag stellen, werde die Verwaltung den auf Grundlage der bestehenden Beschlüsse ablehnen, sagte Widmer. Es sei denn, Stadträte würden etwas anderes beantragen.

Mehr über die Kampagne erfahren Sie im Internet unter

www.wirliebenlindau.de

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Um sich als Bürger eine Meinung bilden zu können, sollten die alternativen Standorte oder das für Einzelhandel frei gegebene Gebiet am besten in einer Karte veröffentlicht werden.

Das vermisse ich sowohl hier als auch auf EDEKA-Webseite.

So ist die Kampagne wie Wahlkampf für eine Partei, die gar nicht zur Wahl steht, in der Hoffnung sie würde schon noch zugelassen werden.

Also: Wo sind die Alternativstandorte? mehr

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