Bad Saulgau: Sehnsucht nach Sinn als Kassenschlager

Schwäbische.de

Lokales

Rudi Multer
Sehnsucht nach Sinn als Kassenschlager
Wir kommen nicht aus dem Nichts: Szene aus Mary’s Land über die Schöpfungsgeschichte.
Wir kommen nicht aus dem Nichts: Szene aus Mary’s Land über die Schöpfungsgeschichte.
 (Foto:
Infinto Mas uno. S.L.
)

Bad Saulgau sz So etwas hat Jürgen Burth vom Kino Saulgau allenfalls bei ganz besonderen Kassenschlagern erlebt: Vorstellungen sind bis auf den letzten Platz ausverkauft, teilweise reicht der Ansturm, um zwei Säle gleichzeitig zu füllen, ab und zu stellt das Kino Notsitze für einzelne Besucher mit langen Anfahrtswegen bereit. Groß ist die Nachfrage nach dem Film Mary’s Land. Der Film handelt in der Form eines ironisierten Agententhrillers von Gott, von der Schöpfung, von Marienerscheinungen, Sünde, Umkehr, von Liebe, offenen Herzen und Wundern. Das ist weder neu noch leichte Kost für aufgeklärte Menschen. Doch die Kinosäle sind voll.

Da ist die Schöpfungsgeschichte vor Darwin, so wie sie in der Bibel erzählt wird. Zwei Hände nehmen einen Klumpen Erde, formen daraus eine Figur, tauchen diese Figur ins Wasser und als die Hände des Mannes mit dem langen Haar die Figur aus dem Wasser holen, liegt da ein süßes Baby in den Händen, an dem die letzten Wassertropfen abperlen. Da sind sie wieder, Adam und Eva, die Gott nicht gehorchen. Sie nehmen von Luzifer die Frucht, beißen hinein und nehmen damit die Erbsünde für alle Menschen in Kauf. Das ist die Basis der Rahmenhandlung. Die „Chefin“ schickt einen Gelegenheitskatholiken als „Teufels Advokat“ auf den Weg, um herauszufinden, was das für eine mächtige Bewegung ist, die behauptet, dass wir nicht aus dem „Nichts kommen und auch nicht in das Nichts gehen“. Von drei Chefs Gott, Vater und Heiliger Geist ist die Rede und einer Vermittlerin zu den Menschen, der „Mutter“.

Ermittlungen bis Medjugorje

Ihn führen die „Ermittlungen“ unter anderem zu einem Model nach Kolumbien, die nach einer Abtreibung zum Glauben zurückgefunden hat. Er besucht einen Altenpfleger, der nachts Bilder von Jesus und Maria an Prostituierte verteilt und ihnen versichert, dass Jesus auch Prostituierte liebt. Er besucht einen Arzt in Washington, der in einer Klinik Abtreibungen vorgenommen hat, über die er jetzt als Tötungen spricht. Nach einem Besuch des Marienwallfahrtsorts Medjugorje kündigte er in der Klinik und eröffnete mit seiner Frau eine eigene Praxis. Schließlich bringt der Besuch in Medjugorie die Entscheidung auch für des Teufels Advokat. Hier spricht eine Frau über eine wundervolle Heilung am Wallfahrtsort, andere über ihre Marien-erscheinung.

Der Film bietet schöne Bilder, Tränen, Umkehr, den Glauben an das Gute und das Versprechen, dass das eigene Leben nicht ohne Sinn ist. Das Angebot entspricht einem konservativen Verständnis von Glaube und Kirche. Dennoch: Das Angebot von Sinn in Mary’s Land scheint in der realen Welt immer noch gefragt zu sein. Auf Bitten einer Schwester aus dem Kloster Sießen hat Kinobetreiber Jürgen Burth sich beim Verein zur Förderung des internationalen christlichen Filmes in Österreich nach dem Film des spanischen Regisseurs Juan Manuel Cotelo erkundigt. Jetzt ist er froh, dass er den Film ins Programm genommen hat. Derzeit läuft der Film in der Region nur in Bad Saulgau und in Lindau. Noch mindestens bis Mittwoch, 29. März, ist der Film in Bad Saulgau zu sehen.

Ihr Kommentar zum Thema