Meckenbeuren: Schneller surfen an der Schussen

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Roland Weiß
Schneller surfen an der Schussen

Schnelleres Internet dank Glasfaser, das verspricht die Telekom vielen Meckenbeurern noch für 2017.
Schnelleres Internet dank Glasfaser, das verspricht die Telekom vielen Meckenbeurern noch für 2017.
 (Foto:
dpa/jan Woitas
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Meckenbeuren sz Bewegung in puncto „Breitband“: In einem Pressetext kündigt die Telekom an, ihr Netz in Meckenbeuren noch 2017 auszubauen. „Dann können die meisten Bürger in Meckenbeuren mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), im Download, im Internet surfen“, wird versprochen, und das sei nicht alles: Das neue Netz sei so leistungsstark, dass Telefonieren, Surfen im Internet und Fernsehen gleichzeitig funktionierten. Beim Heraufladen würden die neuen Anschlüsse eine Leistung von bis zu 40 MBit/s möglich machen. Vom Ausbau betroffen seien die Gemeinde Meckenbeuren mit Meckenbeuren und Brochenzell, sowie die Ortsteile Obermeckenbeuren, Gerbertshaus, Sibratshaus, Siglishofen, Gunzenhaus, Kehlen, Reute, Buch, Liebenau, Straß, Ottmarsreute, Langentrog und Hegenberg.

Telekom werde in Meckenbeuren mehrere Kilometer Glasfaser verlegen, 20 Multifunktionsgehäuse mit Glasfaser anschließen und mit modernster Technik ausrüsten, heißt es. Die Fertigstellung soll auf Ende 2017 erfolgen, mögliche Bandbreiten seien ab Oktober feststellbar. Bürger können sich auf www.telekom.de/schneller über den Ausbau informieren. Etwa vier Wochen vor Fertigstellung will Telekom alle Interessierten auf einer Veranstaltung informieren.

Wie aber verhält sich dies zu den Plänen der Gemeinde? Sie hatte sich ja im Herbst der Hauptdatenplanung des Landkreises angeschlossen unter dem Schlagwort FTTB – „fiber to the building“: Die Glasfaserleitung soll dabei einmal ins einzelne Gebäude reichen. Um die Glasfaserinfrastruktur ins Kreisgebiet („backbone“) hinein kümmert sich der Landkreis, dann ist die jeweilige Kommune am Zug – woran sich laut Bürgermeister Andreas Schmid nichts ändert. Jedoch habe die Gemeindeverwaltung in Sachen Breitband damals eine Markterkundung beauftragt und mit allen Anbietern gesprochen, denn: „Eigenausbau geht vor geförderten Ausbau.“ Um Letzteren handelt es sich bei der innerörtlichen FTTB-Planung, mit der Anschlusspunkte an die Gemeinde zu definieren, aber auch jetzt schon bei Baumaßnahmen Leerrohre mitzuverlegen sind.

In der Folge müssen die Planungen bei Telekom schnell vorangekommen sein – weiß Schmid doch um die Sperrung der Kabelverzweiger, was Recht und Pflicht des Anbieters zugleich sei. Der könne dies tun, müsse aber zugleich innerhalb eines Jahres für den Ausbau sorgen. Was nun der Fall ist – und von Schmid im Sinne der „Schnellversorgung“ positiv bewertet wird. „Ich halte das für eine gute Lösung“ bezieht er sich auf die kurz- und mittelfristige Perspektive, bis dann eine finale Lösung komme, die eben ins Haus reicht, was bei Telekom nicht der Fall sei.

„Das ist für sehr viele in Meckenbeuren eine deutliche Verbesserung“, stellt der Schultes fest, vermutend, dass sie nur dort zum Tragen komme, „wo eine Wirtschaftlichkeit abbildbar“ sei.

Befragt nach dem Planungsstand im Kreis sagt Pressesprecher Robert Schwarz (Landratsamt): „Aktuell laufen die Planungsausschreibungen für das Backbonenetz und die FTTB- Vernetzung in den Kommunen, also die Datenautobahnen in der Fläche sowie die Anschlüsse bis an die Häuser. Die Fachplanungen sollen bis Mitte des Jahres beginnen. Der Bau von Backbone und FTTB-Anschlüssen kommt dann im zweiten Schritt.“

Als Ziel des interkommunalen Verbunds „Kommpaktnet“ nennt Schwarz, alle Haushalte flächendeckend mit Glasfaser zu versorgen. „Vor allem sollen bisher abgehängte Landstriche und Gewerbegebiete versorgt werden. Damit sind dann Datenraten von 1000 Mbit/s möglich, wie es auch die EU empfiehlt. Im Unterschied dazu setzt die Telekom darauf, streckenweise Glasfaser zu verwenden, kombiniert mit der Vektoring-Technik, mit der die vorhandenen Kupferleitungen ertüchtigt werden. Davon können dann vor allem Haushalte in der Nähe der Verteilerknoten profitieren. Es sind also zwei prinzipiell sowie technisch unterschiedliche Ansätze.“

Beim Kabelverzweiger handelt es sich um einen Schaltschrank (oft am Straßenrand), der innerhalb eines Ortsnetzes das Hauptkabel mit den Verzweigungskabeln verbindet. Laut Wikipedia besitzt die Deutsche Telekom etwa 330000 Kabelverzweiger, davon seien rund 8200 von Wettbewerbern erschlossen (Stand 2014).

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Ich hoffe dann auch in Brochenzell, wird langsam Zeit, das hätte man auch schon viel früher machen können.

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