Sigmaringen: Mäzen förderte den Meister von Meßkirch

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Mäzen förderte den Meister von Meßkirch
Mäzen förderte den Meister von Meßkirch
Mäzen förderte den Meister von Meßkirch
 (Foto:
Staatsgalerie Stuttgart
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Sigmaringen sz Als Einstimmung auf die in der Staatsgalerie Stuttgart zu sehende Große Landesausstellung „Katholische Pracht in der Reformationszeit“ zum Meister von Meßkirch lädt der Hohenzollerische Geschichtsverein zu einem bebilderten Vortrag des Sigmaringer Kreisarchivars Dr. Edwin Ernst Weber über Graf Gottfried Werner von Zimmern ein. Der Vortrag findet am Montag, 15. Januar, um 20 Uhr im Staatsarchiv in Sigmaringen statt.

Weber würdigt dabei den „Mäzen“ des Meisters von Meßkirch als schillernden Vertreter der oberschwäbischen Adelswelt in der Zeit von Reformation, Bauernkrieg und katholischer Reform.

Der oberschwäbische Adel verblieb in der Zeit der Reformation nahezu durchgehend beim alten Glauben und stellte sich zusammen mit dem Erzhaus Österreich der evangelischen Bewegung seiner bäuerlichen und städtischen Untertanen mit seiner Politik und erforderlichenfalls auch mit roher Gewalt entgegen.

Einer der markantesten Vertreter des altgläubigen Adels ist Graf Gottfried Werner von Zimmern. Vor dem Aufstand seiner bäuerlichen Untertanen wie auch der Bürger seiner Residenzstadt Meßkirch im Frühjahr 1525 flieht er auf seine Donautal-Festung Wildenstein, die Niederlage des Gemeinen Mannes nutzt er schließlich, um den rebellischen Meßkirchern einen Unterwerfungsvertrag aufzuzwingen.

Den 1526 in Angriff genommenen Neubau der Meßkircher Pfarrkirche St. Martin stattet er mit einer repräsentativen Grablege für sein Geschlecht unter dem Chor aus und lässt das neue Gotteshaus vom Meister von Meßkirch mit einem großartigen und dezidiert altgläubigen Bildprogramm auf einem Haupt- und acht bis zehn Nebenaltären ausgestalten.

Auch von der wechselvollen Beziehung des Grafen zu seiner Gemahlin Appollonia von Henneberg von heißer Jugendliebe zu gänzlicher Entfremdung wird anhand pikanter Details aus der Zimmernschen Chronik natürlich die Rede sein.

Die Große Landesausstellung in der Staatsgalerie Stuttgart ist noch bis zum 2. April zu sehen. Öffnungszeiten sind täglich von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr. Montags ist geschlossen. Weitere Informationen zum Vortrag unter

www.hohenzollerischer-geschichtsverein.de

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