Ehingen: Lernfabrik 4.0 geht in Betrieb

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Lernfabrik 4.0 geht in Betrieb
Jochen Münz erklärt den Kreisräten die Funktionen des Roboters (vorne im Bild).
Jochen Münz erklärt den Kreisräten die Funktionen des Roboters (vorne im Bild).
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SZ- meni
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Ehingen sz An der Gewerblichen Schule Ehingen ist am Montag die Lernfabrik 4.0 in Betrieb genommen worden. Dazu unterzeichneten Landrat Heiner Scheffold, Otto Sälzle von die Industrie- und Handelskammer in Ulm sowie Ulrich Hamme, Vorsitzender des Fördervereins der Gewerblichen Schule, eine Kooperationsvereinbarung. Insgesamt hat das Projekt rund 505000 Euro gekostet. An den Maschinen werden künftig Techniker im Bereich Maschinenbau und Kunststofftechnik, Mechatroniker und Elektroniker ausgebildet. Mittelfristig soll die Lernfabrik auch zu Fortbildungszwecken genutzt werden.

Über ein Tablet hat Landrat Heiner Scheffold die Lernfabrik 4.0 im Werkstattgebäude C der Gewerblichen Schule am Montag in Betrieb genommen. Erster Auftrag für die Maschinen: Herstellung verschiedenster Schachfiguren, darunter ein König für den Landrat. Dabei funktionierte alles automatisch vom Roboter, der sich das Material an der Bereitstellung holt bis zur Übergabe an die Drehmaschine per Robotergreifarm. Eine weitere Maschine im Raum kann Teile wenden, bedrucken und aufheizen beziehungsweise trocknen. In unterschiedlichen Intensitätsgraden werden die Schüler der einzelnen Ausbildungsberufe künftig in der Lernfabrik an den Computern geschult. Landrat Heiner Scheffold betonte bei der Inbetriebnahme der Lernfabrik: „Wir spielen als Landkreis unsere Rolle als Schulträger gerne aktiv. Denn bei der Wahl von Standorten durch Unternehmen oder von Lebensmittelpunkten von Bürgern ist die Bildungslandschaft von mitentscheidender Bedeutung.“

Die drei Kooperationspartner – Landkreis, IHK und Förderverein – werden die Lernfabrik 4.0 in ihrem Betrieb und ihrer Entwicklung unterstützen und begleiten. Dazu wird ein Beirat gebildet, dem Vertreter der Kooperationspartner, der Gewerblichen Schule Ehingen sowie drei Vertreter von Unternehmen angehören. „Denn die Digitalisierung wird die Lebenswelt in den kommenden Jahren komplett verändern“, machte Scheffold vor der Vertragsunterzeichnung klar. Deswegen sei es laut Otto Sälzle auch so wichtig, dass die Region solche Lernfabriken hat und der Raum Ehingen für die Zukunft gut gerüstet ist. „Gerade die Betriebe in der Region haben ein großes Interesse daran, dass die Schüler in den Lernfabriken ausgebildet werden und sich dadurch an den Erfordernissen der Arbeitswelt orientieren“, ergänzte Ulrich Hamme.

Um die Lernfabrik auch für den Bereich Weiterbildung künftig nutzen zu können, hat die IHK mit Irene Schmitt eine Ingenieurin für Verfahrenstechnik eingestellt.

Die Einrichtung der Lernfabrik 4.0 geht auf einen Beschluss des Kreistagsausschusses für Bildung, Gesundheit, Kultur und Soziales vom September 2015 zurück. Die IHK Ulm hatte kurz danach eine Kofinanzierung in Höhe von bis zu 100000 Euro zugesagt.

Nachdem es wegen zahlreicher ähnlicher Anträge aus anderen Landkreisen nicht gelungen war, eine Förderung durch das Land zu erhalten, beschloss der Kreistagsausschuss, auf Antrag der CDU-Kreistagsfraktion, am 1. Dezember 2015, die Lernfabrik auch ohne Landeszuschuss einzuführen. Der Eigenanteil des Alb-Donau-Kreises dazu beläuft sich auf 350000 Euro. „Mit unserer Förderung des Projekts wollen wir zugleich den Berufsschulstandort Ehingen stärken. Deshalb haben wir an unserer Zusage festgehalten, obwohl die Landesförderung ausgeblieben ist. Wir können auf diesem Weg den sich abzeichnenden Wandel im Alb-Donau-Kreis optimal unterstützen", so IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle abschließend.

Gesamtkosten von 505000 Euro

Die Gesamtkosten für die von der Firma Festo Didactic, Denkendorf, hergestellten „Lernfabrik 4.0“ belaufen sich auf 505000 Euro. Darin eingeschlossen ist der Anteil der IHK mit 100000 Euro. Die restlichen Mittel kommen ebenfalls vom Alb-Donau-Kreis und dienten dem Kauf der in die Lernfabrik integrierten CNC-Drehmaschine.

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