Ravensburg: Leben in die Stadt zurückgeholt

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Leben in die Stadt zurückgeholt

Ravensburg sz Das neue Bürgerrathaus am Ravensburger Marienplatz ist am Freitag offiziell eingeweiht worden. Der Umbau des historischen Gebäudes zu einer modernen Anlaufstelle für die Bürger dauerte ein Jahr. Die Kosten laut Stadt: 2,5 Millionen Euro. Alle wichtigen Dienstleistungen – wie Meldebüro oder Standesamt – sind nun im Erdgeschoss des Bürgerrathauses zu finden. Zuvor waren sie im Weingartner Hof untergebracht.

Oberbürgermeister Daniel Rapp betonte bei seiner Einweihungsrede, das Rathaus sei den Bürgern zurückgegeben worden. Er lobte den erfolgreichen Umbau der 1000 Quadratmeter: Von dem früheren Kellerflair sei in den hellen und freundlichen Räumlichkeiten nichts mehr übrig. „Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht“, so Rapp. Ihn freue es, dass die Bürger hier in Zukunft ein- und ausgehen und das Haus mit Leben gefüllt ist. „Für die Stadtverwaltung ist heute ein Tag der Freude“, sagte der OB am Freitag.

Rund 500 Bürger kommen pro Woche ins Bürgeramt: Sie möchten ihren Wohnsitz ummelden, einen neuen Ausweis beantragen oder standesamtlich heiraten. Daher gab es neben dem Umbau ein weiteres Ziel: die Verbesserung der Dienstleistungen. Laut Rapp sei dies durch „Modernisierung und Digitalisierung“ gelungen. Beispielsweise gibt es ein sogenanntes „Selbstverbucherterminal“. Dort können Bürger biometrische Passbilder machen, Fingerabdrücke nehmen oder digitale Unterschriften einscannen. Daneben findet sich ein digitaler Wegweiser, der Auskunft über die städtischen Dienstleistungen und Ämter gibt. „Was den Bürgerservice angeht, haben wir einen Quantensprung gemacht“, meinte OB Rapp.

Um dem Bürger die Wege so kurz wie möglich zu machen, haben auch die Technischen Werke Schussental immer samstags einen Schalter in dem neuen Bürgeramt.

Arbeiten bei laufendem Betrieb

Für Bauleiterin Irmgard Duelli vom Büro „Architekturlokal“ war das Projekt „wunderschön und emotional“. Die Besonderheit lag zum einen darin, dass es sich um das erste Haus in der Stadt handelte, zum anderen in den baulichen Herausforderungen. „Der Umbau erfolgte im laufenden Betrieb“, so Duelli. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung mussten einiges an Lärm ertragen. Gleichzeitig standen die Arbeiten die ganze Zeit unter Beobachtung. „Wir waren gläsern“, so Duelli. Ihrer Meinung nach sind die Erwartungen an das außergewöhnliche Projekt aber erfüllt worden.

Noch eine Baustelle gibt es allerdings: Im Nordosten des Rathauses entsteht ein Glaskubus. Dort soll die Freiwilligenagentur einziehen. Die denkmalschutzrechtliche Genehmigung liegt mittlerweile vor. Die Fertigstellung ist für Herbst geplant.

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