Krauchenwies: Landratsamt genehmigt weiteren Kiesabbau in Bittelschieß

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Arno Möhl
Landratsamt genehmigt weiteren Kiesabbau in Bittelschieß
Bernd Schönebeck, Geschäftsführer von Nord-Moräne, kann mit den Inhalten der zwei Ordner umfassenden Genehmigung gut leben.
Bernd Schönebeck, Geschäftsführer von Nord-Moräne, kann mit den Inhalten der zwei Ordner umfassenden Genehmigung gut leben.
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Arno Möhl
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Krauchenwies sz Die Genehmigung für den weiteren Kiesabbau in Bittelschieß ist da: Seit gut einer Woche liegt das gewichtige Dokument Bernd Schönebeck, Geschäftsführer der Nord-Moräne-Kieswerke, vor. Die „Genehmigung zur Erweiterung des Kiesabbaus in der Grube Nordmoräne in Bittelschieß“ füllt zwei dicke Ordner. Auch wenn sie ab dem 2. Mai noch für zwei Wochen bei der Gemeinde Krauchenwies und im Landratsamt zur Einsichtnahme ausliegt, ist der Eingang des Dokuments für die Firma ein freudiges Ereignis. Es beendet eine sechsjährige Periode, in der sich das Unternehmen mit in der Raumschaft völlig neuen Formen der Bürgerbeteiligung befassen musste. „Da hatten es die Kiesbarone nach dem Krieg wesentlich einfacher“, sagt Schönebeck. Er selbst hält jedoch die Art und Weise, wie der von Moderatoren begleitete Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozess ablief, für zeitgemäß.

Es bleibt beim Abbau in fünf Abschnitten, für die 25 bis 28 Jahre einschließlich Rekultivierung anberaumt sind. Dass man von der bis ins Jahr 2046 befristeten Genehmigung des weiteren Abbaus einschließlich Rekultivierung ausging, konnte man bereits vor einigen Wochen erkennen. Da wurden bereits 3,5 Hektar fürstlicher Nadelwald abgeholzt. Bürger zeigten sich sehr überrascht, als sie vor wenigen Wochen wieder mal entlang des Fürstensträßle spazierten. Eigentlich hatte da nur ein Wirtschaftswald auf sein Ende gewartet, und doch hatte er dem bisherigen Naherholungsgebiet ein freundliches Gesicht gegeben.

Der erste Bauabschnitt ist schon in ein paar Jahren abgeschlossen

Schönebeck gibt beim Blick auf eine der vielen Karten zu, dass von Romantik im Gewann Kohlhau mit seinem Fürstensträßle nur noch begrenzte Zeit gesprochen werden kann. Dass der Abraum aus dem ersten Abschnitt gleich wieder zur Verfüllung in eine tiefe Grube gelangt, sei praktisch und erspare längere Wege. Hier wird Wald- und Oberboden schichtweise verwendet. „Die gesamten Bodenbewegungen werden durch ein Monitoring begleitet“, sagt Schönebeck. Er selbst sei einmal pro Woche in der Grube. Der erste Abbauabschnitt wird bereits in fünf bis sechs Jahren abgebaut und die Rekultivierung dort bis 2026 abgeschlossen sein.

Die Forderung der Gemeinde, dass die Rekultivierung bereits zwei Jahre nach Abbauende abgeschlossen sein soll, hält Schönebeck für nicht praktikabel. Das habe auch damit zu tun, dass nach dem Abbau der ersten fünf Abschnitte ein weiterer Abschnitt angegangen werden soll, dessen Kiesabbau weitere 15 Jahre dauern könnte. Hinsichtlich der Verkehrswege sei man seitens der Nord-Moräne bereits weit vorangeschritten. Nach Bau einer Linksabbiegerspur auf der Verbindung zwischen Bittelschieß und Göggingen würde der Verkehr über das Fürstensträßle mit einseitigen Ausweichspuren in die Nord-Moräne geführt. Die Straße kann so ihre jetzige Breite behalten. Der weitere Trassenverlauf ist in der Grube bereits unterhalb des Damms im Gelände markant modelliert. Schönebeck schließt nicht aus, dass Kies aus der Grube Glashütte früher als möglicher Verkehr aus einem neuen Abbaugebiet Göggingen über die neue Straße führt.

Öffentliches Interesse ist in Bittelschieß geringer

Fast vergessen sind die teils sehr kontrovers geführten Bürgerforen, Informationsveranstaltungen und Vororttermine. Verglichen mit den beiden Kiesfirmen Valet und Ott und Baur, die weiterhin in der Peripherie von Göggingen Kies abbauen wollen und auf massiven Widerstand der Bevölkerung und Gemeinde stoßen, hatte es die Firma Nord-Moräne-Kies vergleichsweise einfach. Der Kiesabbau findet hinter einem im Jahr 2012 fertiggestellten, mächtigen Damm statt, der Lärm und Staub abhält oder zumindest reduziert. Auch bei der Rekultivierung verfolgte Schönebeck einen Ansatz, der offenbar überzeugte. Seiner Aussage „Wo kultiviert werden kann, machen mir das auch“ ließ er Taten folgen. Nur so lässt sich erklären, dass das Interesse der Bittelschießer Bürger, ganz anders als in Göggingen, gering war. Bittelschieß signalisierte früh mit seinem Ortschaftsrat, dass man den weiteren Abbau mit erfüllbaren Forderungen bei der Rekultivierung und beim Kiesverkehr verknüpft.

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