Schemmerhofen: Kitas: Personalsuche ist schwierig

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Birgit van Laak
Kitas: Personalsuche ist schwierig
Kitas: Personalsuche ist schwierig
Kitas: Personalsuche ist schwierig
 (Foto:
Georg Wendt/dpa
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Schemmerhofen/Region sz Wenn die Gemeinden zurzeit Erzieherinnenstellen ausschreiben, gehen meist nur wenige Bewerbungen ein. „Manchmal erhalte ich keine einzige“, sagt Martina Sodeikat, die beim katholischen Verwaltungszentrum Biberach für zahlreiche kirchliche Kindergärten in der Region zuständig ist. „Die Personalsuche ist schwierig“ berichtet auch der Schemmerhofer Hauptamtsleiter Alfons Link. Ein Arbeitskreis von Kita-Trägern der Region will sich nun mit dem Problem befassen.

„Die Kinderzahlen gehen – wider erwarten – stetig nach oben“, berichtet Martina Sodeikat, Kindergartenbeauftragte des katholischen Verwaltungszentrums. Die Kommunen reagieren auf die Nachfrage nach Betreuungsangeboten. „In der Region werden immer mehr Krippengruppen eingerichtet, Kitas vergrößert und neue Kindergärten gegründet“, schildert die Warthauser Hauptamtlseiterin Anja Kästle die Situation. Doch das nötige Personal lässt sich nicht so einfach finden.

„Manchmal bekommt man gar keine oder nur ein bis zwei Bewerbungen auf eine Stelle“, erzählt Martina Sodeikat. Die Erfahrung hat auch der Schemmerhofer Hauptamtsleiter Alfons Link gemacht. Eine Stelle musste er gleich dreimal ausschreiben.

Suche wird schwieriger

„Es wird zunehmend schwieriger“, sagt Mittelbiberachs Bürgermeister Hans Berg. „Es ist uns zwar gelungen, alle Kitastellen zu besetzen, aber aktuell haben wir Probleme, pädagogische Fachkräfte für die Hortbetreuung an der Schule zu finden, “, berichtet er.

Ein Problem bei der Personalsuche sei die Qualifikation, sagt Anja Kästle. Die entspreche oft nicht dem, was man als Träger wolle. „Kinderbetreuung ist ein sensibler Bereich, da sind personale Kompetenzen nötig“, betont Martina Sodeikat. Gesucht würden Erzieherpersönlichkeiten.

Link und Sodeikat versuchen inzwischen, auch Bewerber mit Berufen aus dem sogenannten Fachkräftekatalog anzusprechen, also Heilerziehungspfleger, Physiotherapeuten, Diplom-Pädagogen und Lehrer. Martina Sodeikat hat auf diesem Weg schon Lehrerinnen für die Kita eingestellt. „Eine blieb einige Jahre, eine zweite ging nach einem halben Jahr wieder“, erzählt sie.

Hoffen auf Modell „Pia“

Alfons Links hofft über die relativ neue praxisorientierte Ausbildung, kurz Pia, Nachwuchskräfte zu gewinnen. Bei Pia erhalten die Azubis – im Gegensatz zum klassischen Weg in den Erzieherinnenberuf – während der Ausbildung eine Vergütung. „Unsere Pia-Auszubildende wechselt durch die verschiedenen Kitas, um einen umfassenden Einblick zu erhalten. Wir hoffen, dass sie dann bleibt“, sagt der Hauptamtsleiter. Auf die Pia-Stellen erhalte er jedenfalls regelmäßig eine Menge Bewerbungen. „Ich habe den Eindruck, dass dieses Modell zu mehr Interesse am Erzieherberuf führt.“

Auch Martina Sodeikat bekommt auf Pia-Stellen viele Bewerbungen. „Die Bewerberinnen sind oft schon älter und haben eine andere Ausbildung abgeschlossen.“ Von den zwei Pia-Azubis, die bisher fertig wurden, habe eine eine Leitungsstelle angenommen, die andere sei zum Studium gegangen, erzählt sie.

Leiterinnen schwer zu finden

Nicht nur bei den Berufseinsteigern sollte man ansetzen, findet Sodeikat. Denn Leiterinnen sind nach ihrer Erfahrung ebenso schwer zu finden. Um die Stellen attraktiv zu machen, müsse man das Thema Freistellung für Leitungsaufgaben angehen. Bisher gebe es aber für eine solche anteilige Freistellung keine gesetzlichen Vorgaben, sagt sie.

Kita-Träger in der Region haben inzwischen einen Arbeitskreis zum Thema Personalgewinnung eingerichtet. Ein Thema dort sei, wie man das Image des Erzieherberufs aufwerten könne, berichtet Martina Sodeikat. Die Bezahlung sei nach den jüngsten Tarifabschlüssen nicht mehr das Thema, sagt sie. „Der Beruf ist unwahrscheinlich anspruchsvoll und vielseitig, hat aber nicht die öffentliche Anerkennung. Für das gesellschaftliche Ansehen müsste man mehr tun“, sagt sie. Ziel des Arbeitskreises sei es, ein Konzept zu erstellen.

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