Bad Saulgau: Kirchengemeinde feiert ein Jahr Ort des Zuhörens

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Rudi Multer
Kirchengemeinde feiert ein Jahr Ort des Zuhörens

Zwei Zuhörerinnen stoßen auf das Jubiläum an: Teresa Harsch (links) und Christina Rilli aus Herbertingen beim Stehempfang nach dem Gottesdienst.
Zwei Zuhörerinnen stoßen auf das Jubiläum an: Teresa Harsch (links) und Christina Rilli aus Herbertingen beim Stehempfang nach dem Gottesdienst.
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Rudi Multer
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Bad Saulgau sz Ein Jahre Orte des Zuhörens in Bad Saulgau: Mit einem Gottesdienst in der St.-Antonius-Kirche hat die katholischen Seelsorgeeinheit St. Johannes das einjährige Bestehen dieses Angebots gefeiert. Für die musikalische Gestaltung sorgte mit thematisch passenden Liedern der Chor Ultreya.

Jeden Mittwoch und jeden Samstag, jeweils von 10 bis 12 Uhr, halten sich je zwei geschulte Zuhörerinnen in der St.-Antonius-Kirche in Bad Saulgau bereit, um jedem zuzuhören, der das möchte. Pater Shinto Kattoor bemerkte bereits bei der Begrüßung im Gottesdienst, dass es im Internet immer mehr Kommunikation mit Worten gebe. Letztlich komme es aber doch aufs Zuhören an. Das Jubiläum eines Ortes des Zuhörens sei es deshalb wert, gefeiert zu werden.

Pastoralreferentin Schwester Marie-Catherine Müller zitierte König Salomos Bittgebet „Herr, gib mir ein zuhörendes Herz“. Sie betonte die Bedeutung des Zuhörens außerhalb und innerhalb der Kirche. Innerhalb der Kirche müssten Laien und Hauptamtliche einander zuhörten, die Kirche und Erwachsene die Zweifel und Kritik der Jugendlichen hören. Das Zuhören sei aber auch deshalb wichtig, „weil wir Nöte der Menschen in die Gemeinde hinein transportieren möchten“.

Ingrid Hüttl von der Caritas-Bezirksstelle Biberach-Saulgau berichtete über ein weites Feld von Gründen, weshalb Menschen die Orte des Zuhörens aufsuchen: eine Mutter, die Angst um ihre Tochter hat, eine alleinerziehende Mutter mit existenziellen Sorgen oder gestresste Menschen, die unter Schlafstörungen leiden. Selbst Fotoalben zum gemeinsamen Anschauen würden zum Ort des Zuhörens gebracht. Manchmal blieben die geschulten Zuhörerinnen aber unter sich. „Das ist nur schwer zu ertragen“, so Ingrid Hüttl. Es habe aber auch den Vorteil, dass sich das Team der Zuhörerinnen so die Zeit nutzen können, um sich besser kennenzulernen, ergänzt sie im persönlichen Gespräch.

Ingrid Hüttl machte Mut, das Angebot wahrzunehmen, auch gerne von Menschen aus den Orten um Bad Saulgau. Gern gesehen seien aber auch Frauen und Männer, die zum Kreis der Zuhörerinnen dazu stoßen möchten.

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