Wangen: FC-Präsidium will einen „fließenden Übergang“

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FC-Präsidium will einen „fließenden Übergang“

Beim FC Wangen (hier ein Bild vom jüngsten 4:0 im Derby gegen den TSV Berg) kündigt das Präsidium nach dem in zwei Jahren angekündigten Abschied einen „fließenden Übergang“ an.
Beim FC Wangen (hier ein Bild vom jüngsten 4:0 im Derby gegen den TSV Berg) kündigt das Präsidium nach dem in zwei Jahren angekündigten Abschied einen „fließenden Übergang“ an.
 (Foto:
Josef Kopf
)

Wangen sz Nach dem in der jüngsten Generalversammlung angekündigten Abschied aus dem Präsidium in zwei Jahren hat das Trio Biedenkapp, Kottmann und von Klebelsberg eine weitere Unterstützung des FC Wangen über 2019 hinaus angekündigt. Der Übergang werde „fließend“ sein, die Nachfolger sollen eingearbeitet und begleitet werden.

Zusammen mehrere Jahrzehnte sind Klaus Biedenkapp, Klaus Kottmann und Frauke von Klebelsberg beim derzeit 700 Mitglieder starken Traditionsclub am Ruder, und so war es schon eine Nachricht, als Biedenkapp bei der Generalversammlung am Donnerstagabend im Hotel Waltersbühl erstmals öffentlich bekanntgab: „Wir stellen uns letztmalig zur Wahl.“ Dass sich nach der voraussichtlich letzten Amtsperiode die Führungsstruktur des Vereins grundlegend ändert, ist jedoch nicht zu erwarten. „Wir streben erneut ein mehrköpfiges Gremium im Vorstand an, mit einer entsprechenden Aufgabenteilung“, sagt Joachim Gambach.

Das vierte, für die Jugend zuständige Präsidiumsmitglied ist seit 2013 im Führungsteam des Fußballclubs und gibt schon einmal eine Art Stellenbeschreibung für künftige FC-Vorstandsmitglieder ab: „Soziale Kompetenz, betriebswirtschaftliche Kenntnisse und vor allem mit Herzblut für den Verein.“ Konkrete Ideen über die künftige Führungsstruktur gebe es bereits, und im SZ-Gespräch lässt Gambach durchaus durchblicken, dass er auch ab 2019 weiter als Präsidiumsmitglied zur Verfügung stehen würde. Er gibt auch die Marschrichtung für die kommenden Jahre vor: „Der Nachwuchs ist die Stärke eines Vereins. Unser Ziel ist es, jedes Jahr zehn fertige Spieler aus der Jugend in den Aktivenbereich zu führen.“

Selbherr: „Kunstrasen hätte ins Allgäu-Stadion gehört“

Dass eine leistungsorientierte, aber auch auf Breite ausgerichtete Jugendarbeit Geld kostet, weiß auch FC-Ehrenpräsident Hermann Selbherr. Auch, dass die Rahmenbedingungen im mittleren Amateurfußball generell nicht einfach seien, Stichwort: wegbrechende Zuschauereinnahmen. Die „Hölle FC Wangen“ finde auch deshalb nicht mehr statt, weil das Allgäu-Stadion mit überdachter Tribüne nur die halbe Saison zur Verfügung stehe, so Selbherr: „Deshalb hätte der Kunstrasen ins Stadion gehört.“

„Drahtseilakt des Ausgleichs der Finanzen bestens bestanden“

Unter „solchen Gegebenheiten das Schiff auf Kurs zu halten, bedeutet besondere Anstrengungen des ehrenamtlichen Präsidiums“, schreibt der FC-Ehrenpräsident in einer Stellungnahme zur SZ-Berichterstattung über die Generalversammlung, in der ein mittleres fünfstelliges Minus in der Kasse bekannt wurde. „Den jährlichen Drahtseilakt des Ausgleichs der Finanzen haben die Verantwortlichen Klaus Biedenkapp, Joachim Gambach, Klaus Kottmann und Frauke von Klebelsberg in ihren bisherigen Amtszeiten bestens bestanden.“ Hier habe die Führungsriege „in all den Jahren verantwortlich und mit Augenmaß“ gehandelt.

Für die Zukunft sieht Geschäftsführer Thomas Ehinger den Verein auf einem guten Weg. Man setze künftig auf die Jugend, habe „den Aktiven-Etat massivst zurückgedreht“ und sei derzeit an großen Sponsoren dran, um die finanzielle Basis im Verein sicherzustellen. Nach der SZ-Berichterstattung über die Generalversammlung, in der von dem Minus in der Kasse, von der vakanten sportlichen Leitung im Jugendbereich und dem angekündigten Abschied des Vorstandstrios die Rede war, sei jedoch ein negatives Bild des Vereins gezeichnet worden. Laut Präsidium hätten auch viele Fans und Mitglieder des FC hier ihren Unmut geäußert. „Die Kasse ist zum Jahresbeginn ausgeglichen. Beim FC läuft’s rund“, sagt Frauke von Klebelsberg. Und spricht auch für ihre beiden Kollegen Kottmann und Biedenkapp: „Wir werden dem FC treu bleiben, er bleibt für uns eine Herzensangelegenheit. Es sollen aber in zwei Jahren andere Köpfe an vorderster Front sein.“

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