Friedrichshafen: Das etwas andere Jubiläum im Schloss

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Das etwas andere Jubiläum im Schloss

Friedrichshafen sz Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Schlosskirche, einem Gartenfest im herzoglichen Schlosspark und einem Podiumsgespräch hat die Stiftung Präventive Jugendhilfe am Sonntag mit mehr als 200 Gästen ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Bis auf Erwin Knam, der vergangenes Jahr gestorben ist, nahmen die Gründerväter der Stiftung, allen voran Carl Herzog von Württemberg, an der Feier teil und brachten damit nicht nur die Beständigkeit der wohltätigen Einrichtung zum Ausdruck, sondern zeigten, dass ihr Herz nach wie vor für Kinder und Jugendliche schlägt.

Für die Vorsitzende des Stiftungsrats und Schirmherrin der Stiftung, Marie Herzogin von Württemberg, war es „ein wunderbarer Anlass, zu feiern“. Mit den Förderern und dem ideellen Einsatz engagierter Menschen habe die Stiftung in den vergangenen 25 Jahren viel erreicht und wertvolle Impulse gegeben. Der erste und wichtigste für Carl Herzog von Württemberg war, dass er die evangelische Sophienpflege und die katholische Marienpflege zusammenführte, und die Kirchen dazu brachte, in der Stiftung Präventive Jugendhilfe gemeinsame Sache für benachteiligte Kinder und Jugendliche zu machen. Dass das damals alles andere als leicht war, kam eher zwischen den Zeilen durch. Die Schwiegertochter von Carl Herzog von Württemberg hat 2005 die Verantwortung übernommen und mit der Förderung musischer, künstlerischer und sportlicher Projekte neue Akzente gesetzt. „Wir sind vorne dabei, wenn es um neue Entwicklungen in der Jugendhilfe geht“, sagte die Herzogin. Sie hatte alle 21 Träger des Herzogin-Marie-Preises eingeladen, sich im Park des Schlosses zu präsentieren. Da konnte man unter Schatten spendenden Bäumen Breakdance und Straßentheater erleben oder sich mit Menschen unterhalten, die in der Kinder- und Jugendhilfe engagiert sind. Dass diese sich in einem so exquisiten Ambiente und bei herrlichem Wetter präsentieren konnten, war für alle etwas ganz Besonderes.

Die Arbeit werde der Stiftung nicht ausgehen, ist Herzogin von Württemberg überzeugt. In einer Gesellschaft, die in vielen Bereichen am Auseinanderdriften ist und in der es an Orten für Kinder und Jugendliche weithin mangelt, gelte es, sich einzumischen und neue Wege zu gehen. Die Landesregierung will mit einem „Zukunftsplan Jugend“ gegensteuern, Orte der Begegnung schaffen und Quartiersarbeit fördern, wie Ministerialdirektor Wolf-Dietrich Hammann sagte, der in Vertretung des Ministers für Soziales und Integration, Manfred Lucha, gekommen war. Die Vernetzung von Schulen und Jugendhilfe gelte es voranzutreiben, sagte Katharina Klenk vom Diakonischen Werk. Jugendhilfe nicht als eine Nische, sondern als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen, gute Schulen, gute Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche und vor allem bezahlbaren Wohnraum für Familien zu schaffen, hält Klenk für vordringlich. Die „Wohnraumallianz“ der Landesregierung werde nicht ausreichen.

Auf jeden Einzelnen kommt’s an

Mehr als auf Programme und Projekte kommt es für Carl Herzog auf den „Geist an, der in den Elternhäusern, Schulen und Einrichtungen herrscht“. Der Staat allein könne es nicht regeln, das Engagement des Einzelnen sei gefragt. Kinder und Jugendliche sollten für jeden von uns eine Herzensache sein.

Wie Musik eine Herzenssache für Kinder und Jugendliche werden und sie in eine Gemeinschaft integrieren kann, zeigte Marita Hasenmüller mit ihrem Schülersingkeis und dem Jugendchor St. Columban im Gottesdienst. Amelie Herzogin von Württemberg (Violine) und Victoria Creighton (Querflöte) begleiteten den Chor und rahmten danach das Podiumsgespräch mit heiteren Mozart-Stückchen ein. Ganz nach dem Motto von Erwin Knam: „Gutes tun, fröhlich sein und die Spatzen pfeifen lassen“. Mit einer Tobola und dem Start von hunderten von bunten Luftballons endete die Jubel-Party.

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