Ravensburg: Das Jugendblasorchester wird zum Rutenorchester

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Das Jugendblasorchester wird zum Rutenorchester

Eva, Fatima und Jana (von links) finden es sehr schön, im Rutenorchester mitzuspielen.
Eva, Fatima und Jana (von links) finden es sehr schön, im Rutenorchester mitzuspielen.
 (Foto:
Rosa Laner
)

Ravensburg lan „Eins zwei drei ta tamm, noch mal die Sieben bitte. Zwo drei“, ist aus dem Orchestergraben zu hören. Die jungen Musiker schauen konzentriert auf ihren Dirigenten Harald Hepner, dann auf die Noten. Bereits seit 1999 ist das Jugendblasorchester der Musikschule Ravensburg das Theaterorchester des Ravensburger Rutentheaters. So auch in diesem Jahr beim Märchenklassiker Aschenputtel.

Der Besuch dieser Orchesterprobe ist ein Genuss und schon nach dem ersten Stück ahnt der Zuhörer, dass dieses Orchester ganz schön viel übt. Noch gibt es so einige Anweisungen, die Ermahnung, alle Handys auszuschalten, die Notenblätter leise umzuschlagen. Doch aller Unterbrechungen zum Trotz entführen einen die wundervollen Klänge aus dem Orchestergraben in eine Märchenwelt.

„Man muss auch daheim üben“

Einige Musikerinnen, befragt nach dem Befinden, geben durchweg positive Antworten. Die 14-jährige Eva spielt Saxofon, ist zum dritten Mal dabei und meint: „Es ist sehr schön und es ist nicht schlimm, dass man uns nicht sieht. Man hört uns ja. Herr Hepner ist nicht streng, macht auch mal Witze, es macht viel Spaß. Man muss auch daheim üben, ich versuche es jeden Tag.“ Jana, zwölf Jahre, spielt ebenfalls Saxofon. Sie ist neu dabei im Rutenorchester und findet: „Mir gefällt es sehr gut und ich habe auch noch Zeit für andere Freizeitaktivitäten. Bis jetzt habe ich kein Lampenfieber.“ Die 15-jährige Fatima schließlich sagt: „Ich spiele Klarinette, bin zum zweiten Mal dabei und es gefällt mir sehr gut. Das Wichtigste ist, dass man Musik hört, man muss uns ja nicht sehen. Auf der Bühne hätte ich bestimmt mehr Lampenfieber.“

Musikschuldirektor Harald Hepner leitet das Orchester mit großem Engagement. Er berichtet: „Wir sind am 24. Mai dieses Jahres mit der Musik im Jugendblasorchester gestartet. Das Orchester formiert sich fürs Rutentheater immer wieder ein Stück weit neu, junge Spieler kommen jedes Jahr dazu.“ So musizieren beim diesjährigen Rutentheater rund 70 Musiker, teils „alte Hasen“ und auch neue Kinder und Jugendliche. „Das macht das Jugendblasorchester als Theaterorchester aus. Die Älteren geben es den Jüngeren weiter. So muss es meiner Ansicht nach auch funktionieren“, sagt Harald Hepner. Die Stimmung im Orchestergraben sei toll. Befragt nach den Besetzungen erklärt er: „Es wird wie in den Vorjahren einige Register geben, die quasi „schichten“ müssen. Die meisten würden gerne immer, also alle Aufführungen, spielen. Das geht vom Platz her leider nicht.“ Der Schwierigkeitsgrad der Stücke sei in diesem Jahr verhältnismäßig hoch, Regisseur Bodo Klose und er hätten kräftig in die Kiste gegriffen. Ein Stück verrät der Dirigent schon mal vorab: „Danse Macabre von Camille Saint Seans“.

Was für ihn das Schönste mit dem Rutenorchester und auch am Rutenfest selbst sei? Da überlegt Harald Hepner nicht lange: „Mein Rutenfest ist das wunderbare Rutentheater und es sind auch die tollen Auftritte mit dem Stadtorchester Ravensburg.“

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