Friedrichshafen: Busbahnhof bleibt im Süden

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Gunnar M. Flotow
Busbahnhof bleibt im Süden
Das DB-Gelände nördlich der Gleise ist keine Option mehr, um einen Busbahnhof einzurichten. Die Stadtverwaltung möchte stattdessen die gesamte Südseite des Stadtbahnhofs inklusive Uferpark neu ordnen.
Das DB-Gelände nördlich der Gleise ist keine Option mehr, um einen Busbahnhof einzurichten. Die Stadtverwaltung möchte stattdessen die gesamte Südseite des Stadtbahnhofs inklusive Uferpark neu ordnen.
 (Foto:
Tanja Poimer
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Friedrichshafen sz Der Busbahnhof bleibt wo er ist: Auf Empfehlung der Stadtverwaltung hat der Gemeinderat am Montag eine Verlegung auf die Nordseite der Gleise abgelehnt. Die einzige Gegenstimme zu diesem Vorschlag kam von SPD-Frau Christine Heimpel. Ein Workshop und ein Ideenwettbewerb sollen nun Lösungen für die Neuordnung des gesamten Vorplatzareals bringen.

Mehrverkehr in der Eugenstraße, längere Umsteigezeiten von Bus zu Bahn, schwierige Linienführung, hohe Investitionskosten, Konflikte mit Abgasgrenzwerten – es gibt viele gewichtige Gründe, die gegen eine „Nordvariante“ des Busbahnhofs sprechen. Die Überlegungen, auf dem DB-Gelände an der Eugenstraße einen zentralen Busknotenpunkt einzurichten, sind mit dem Beschluss des Gemeinderats nun vom Tisch. Getragen wurde dieser Beschluss fast vom gesamten Gemeinderat. „Das Tor zur Stadt bleibt damit erhalten“, sagte Norbert Fröhlich, Sprecher der CDU-Fraktion. Eine Verlegung hätte einen „herben Rückschlag für den ÖPNV“ dargestellt, weil die Entfernung zwischen Bus und Bahn deutlich gewachsen wäre. Fröhlich sprach sich auch dafür aus, den schönen alten Baumbestand auf der Grünfläche vor dem Bahnhof unbedingt zu erhalten.

Hannes Weber von den Freien Wählern erklärte, dass die mögliche Entlastung der Friedrichstraße einen gewissen Charme mit sich gebracht hätte, letztlich sei der jetzige Standort des Busbahnhofs aber der richtige. „Wir sollten den Busbahnhof nicht weiter weg verlegen von der Innenstadt“, betonte Weber. Auch wenn es „aussichtslos“ sei, sollte die Stadt versuchen, der Deutschen Bahn den Bahnhofsvorplatz abzukaufen.

„Wir gehen ohne Euphorie mit“, ließ Heinz Tautkus von der SPD wissen. Warum? „Weil wir uns nicht sicher sind, was dort auch wirklich geschehen wird.“ Gemeint war mit dieser Bemerkung der Umstand, dass neben dem Eigentümer – die Deutsche Bahn – auch die Denkmalschützer ein gewichtiges Wort bei der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes mitreden könnten. Außerdem sei fraglich, ob der Busbahnhof im Süden ausreiche, wenn der ÖPNV wie geplant wachse. Dennoch ist Tautkus der Meinung, „dass wir die Braut nicht zu früh ins Bett reißen“, wenn jetzt schon ein Grundsatzbeschluss für die Südvariante des Busbahnhofs getroffen werde.

Mehr Komfort soll her

Sein Kollege von den Grünen, Gerhard Leiprecht, wünscht sich wie der Rest des Gemeinderats mehr Komfort für den Busbahnhof. Er rechnet jedoch nicht damit, dass die Optik des Vorplatzes groß verändert werden könne, sondern kleinere Lösungen gesucht werden müssten.

Annedore Schmid von der Fraktionsgemeinschaft regte an, nur die Fernbusse und den Flughafenbus an die Nordseite auszulagern. Gabi Lamparsky (FDP) erinnerte, bei allen Planungen daran zu denken, Parkplätze zu erhalten.

Mit seinem Vorschlag, auf der bestehenden Grünfläche eine Tiefgarage zu bauen, stand Bernhard Leins (FW), ziemlich alleine da. Klaus Sauter, der Leiter des Stadtplanungsamts, merkte an, dass eine Bebauung an dieser Stelle „städtebaulicher Frevel“ sei. OB Andreas Brand – ein Freund der Wirtschaftlichkeitsrechnung – stellte klar, dass Parkhäuser „keine Gewinnbringer“ sind.

Über die Zukunft des Bahnhofsvorplatzes und des Uferparks sollen sich nun ausgewählte Planungsbüros in einem Wettbewerb Gedanken machen. OB Brand hofft, dass sowohl das Landesdenkmalamt als auch die Bahn einen Vertreter ins Preisgericht entsenden, damit die Lösung auf einer breiten Basis entsteht.

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