Lindau: Buntes Programm startet im Zeughaus

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Lokales

Franziska Telser
Buntes Programm startet im Zeughaus

Gankino Circus präsentieren Lieder aus ihrer Heimat - und der Heimat anderer Menschen.
Gankino Circus präsentieren Lieder aus ihrer Heimat - und der Heimat anderer Menschen.
 (Foto:
Zeughaus Verein/oh
)

Lindau tel Das neue Zeughaus-Programm ist vor allem wieder eins: bunt gemischt. Vom Lokalmatador bis zum Superstar über Theater bis zur Countrymusik: Laut Kral-Heinz Brombeis, Vorsitzender des Zeughausvereins, ist auch diesmal von allem etwas dabei. „Uns ist es wichtig, Künstler auf unsere Bühne zu holen, die wir kennen und die wir mögen“, sagt er. Dabei soll anstatt Quotenbringern und Mainstream-Reitern eher ausgefallenen und originellen Künstlern eine Bühne gegeben werden.

Den Anfang macht am Sonntag, 23. April, die Musikcombo „Drei“. „Wir nehmen für die Eröffnungsveranstaltung gerne lokale Künstler ins Programm“, sagt Brombeis. „Das Eröffnungsfest ist immer ein großes Treffen an Leuten, die am Zeughaus interessiert oder damit verbunden sind.“ Unter dem Motto „Zeit statt Zeug“ geht es bis Ende Juli lustig, bunt durch das Programm. Wieder mit von der Partie ist Uli Böttcher. Der Kleinkünstler wird am Mittwoch, 17. Mai, auf der Bühne stehen. „Den wollen hier in der Region alle sehen“, so Brombeis. Aber auch das restliche Programm hat es in sich. „Martin Kohlstedt zum Beispiel ist sensationell“, sagt Stefan Fürhaupter. „Kein Abend ist bei ihm gleich.“ Der junge Pianist, der unter anderem auch in der Elbphilharmonie in Hamburg spielt, wird am Donnerstag, 25. Mai, auftreten. Martin Kohlstedt lasse sich von den Räumen und Plätzen inspirieren, an denen er spielt. „Wir sind deshalb gespannt, was er zu unseren Räumen sagt“, freut sich Brombeis. Denn das Zeughaus blickt auf eine über 500 Jahre alte Geschichte zurück. In den Jahren 1507 bis 1526 von Kaiser Maximilian I. errichtet, fanden um etwa 1651 die ersten Theateraufführungen dort statt. Seit 1995 wird die alte Theaterspielstätte durch den Förderverein „Zeughaus e. V.“ wieder neu belebt. „Die Künstler sind begeistert von der Akustik im Raum“, sagt Brombeis.

Ursprünglich war das Zeughaus ausschließlich als Podium für regionale Künstler gedacht. „Leider hat sich das nicht getragen“, erzählt Brombeis. Vor 14 Jahren wurde deshalb die Satzung geändert, um auch von außen die Leute zu holen. Der regionale Bezug ist trotzdem noch klar im Programm verankert. Acht der 15 Vorstellungen haben lokale Wurzeln. „Filippa Gojo zum Beispiel war in der Musikschule bei Wolfgang Fauser in Bregenz“, sagt Fürhaupter. Das Stück „ Danke, sie können gehen...“ des Lindauer „Theater Par-tout“ unter der Führung von Anja Lorenzen ist am Samstag, 27. Mai, im Zeughaus zu sehen. Zum Abschluss des Programms wird am Samstag, 29. Juli, der Entertainer und Lead-Sänger Karl Frierson die Bühne des Zeughauses zum Beben bringen. „Karl Frierson lebt in Lindau, ist aber ein internationaler Star“, sagt Fürhaupter. Die Qualität des Programms ist für die Veranstaltung besonders wichtig. „Wir haben den Anspruch hier hochwertige Künstler auf die Bühne zu stellen“, sagt Brombeis. „Wenn diese dann aus Lindau kommen, umso besser.“

Irrer Klamauk von Gankino Circus

Wenn auch bunt gemischt, das „Zeughaus-Geflüster“ entsteht nicht zufällig. „Wir achten darauf, dass sich Lokales mit Überregionalen und Theater mit Musik abwechselt“, sagt Brombeis. Die Veranstalter arbeiten dabei mit Agenturen und Bookern zusammen. Viele Sachen würden aber auch an sie herangetragen werden. Prinz Grizzley aus Voralberg, der am Donnerstag, 8. Juni, auf der Zeughausbühne zu sehen ist, wurde Brombeis empfohlen, als das Programm schon fast fertig war. „Eigentlich ist Country nicht so mein Ding“, sagt er. „Aber die Ausstrahlung von Prinz Grizzley hat mich einfach überzeugt.“ Ein ganz besonderer Favorit von Brombeis ist Gankino Circus. Die Band aus dem fränkischen Dietenhofen, die am Sonntag, 23. Juli, auftritt, würde sich in keine Schublade stecken lassen. „Das ist richtig irrer Klamauk“, sagt er. Auch vor und nach dem Auftritt seien Gankino Circus lustige Zeitgenossen. „Uns ist es wichtig, ein schönes Miteinander zu haben“, so Brombeis. Denn schlussendlich würde sie mit den Künstlern vor allem eines verbinden: die Leidenschaft an der Kunst und der Musik.

Zur Saisoneröffnung lädt der Zeughausverein am Sonntag, 23. April, von 15 bis 18 Uhr ein. Es gibt dort selbst gebackenen Kuchen, fairen Kaffee, Salatkreationen und Getränke der Brauerei Härle – alles unter freiem Himmel am unteren Schrannenplatz. Bei schlechtem Wetter findet die Party im Zeughaus statt. Musikalisch umrahmt wird der Nachmittag von der Kombo „Drei“. Der Eintritt ist frei.

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