Deggenhausertal: Berggasthof darf erweitert werden

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Berggasthof darf erweitert werden
Die ehemalige Suchtklinik auf dem Höchsten soll bald ein Hotel werden und dem Berggasthof angeschlossen werden.
Die ehemalige Suchtklinik auf dem Höchsten soll bald ein Hotel werden und dem Berggasthof angeschlossen werden.
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Deggenhausertal sz Hans Peter Kleemann darf seinen Berggasthof auf dem Höchsten erweitern. Das Regierungspräsidium in Tübingen hat dem Umbau zugestimmt. Der Bau sei vertretbar, heißt es in einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums. „Es war für mich absehbar, dass es klappt“, sagt Kleemann – auch wenn er manchmal nicht mehr daran geglaubt habe.

Vor rund sechs Jahren hatte Kleemann seinen Gasthof mit Übernachtungsmöglichkeiten um einen Hotelanbau erweitert. Vor rund fünf Jahren hat er damit begonnen, einen weiteren Hotelanbau sowie den Umbau der benachbarten ehemaligen Suchtklinik für Alkoholkranke zu planen.

Seit November 2015 hatte Kleemann versucht, die Genehmigung für die Erweiterung zu bekommen. Ein Behördenmarathon für den Betreiber des Berggasthofs. „Bis zu 40 Behörden waren dafür zuständig“, sagt er. Insgesamt habe es seitdem zehn Genehmigungsverfahren gegeben, denn die Baugenehmigung auf dieser Fläche ist nicht so einfach zu bekommen. Das Problem: Das gesamte rund 3,52 Hektar große Bereich liegt im Regionalplan Bodensee-Oberschwaben festgelegten „Schutzbedürftigen Bereich für Naturschutz und Landschaftspflege“. In diesem Bereich darf laut Regionalplan nicht gebaut werden. Hinzukommt, dass der bebaute Bereich auf dem Höchsten genau an der Grenze der Gemeinden Illmensee (Landkreis Sigmaringen) und Deggenhausertal (Bodenseekreis) liegt – alle beteiligten müssen einem solchen Bau zustimmen.

Um die Erweiterung des Gasthofes genehmigen zu können, haben beide Gemeinden das Zielabweichungsverfahren beim Regierungspräsidium beantragt. Diesem Zielabweichungsverfahren stimmte das Regierungspräsidium in Tübingen nun zu. „Der Betreiber des Berggasthofes hat mit seinem Gesamtkonzept dargelegt, wie er die leerstehenden Gebäude der ehemaligen Klinik einer wirtschaftlichen Folgenutzung zuführt, für die er auf maßvolle bauliche Erweiterung angewiesen ist. Vor diesem konkreten Hintergrund ist die Abweichung von den Zielen der Raumordnung vertretbar“, heißt es in der Begründung des Regierungspräsidiums. In diesem Zuge soll das Landschaftsschutzgebiet vom Landratsamt Sigmaringen neu abgegrenzt werden.

Auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung im Deggenhausertal standen die Pläne von Hans Peter Kleemann und seiner Familie auf der Tagesordnung. Die Gemeinderäte stimmten einstimmig, dafür, dass sich Kleemann in einem Vertrag dazu verpflichtet, bestimmte Gebäudehöhen und Baubereiche nicht zu überschreiten sowie naturschutzrechtliche Aspekte zu beachten. Dieser Vertrag wird zwischen den Landratsämtern Sigmaringen und Bodenseekreis,den Gemeinden Illmensee und Deggenhausertal, dem Gemeindeverwaltungsverband Markdorf und der Familie Kleemann geschlossen. Für Kleemann kein Problem. „Höher hinaus wollten wir ohnehin nicht, auf dem Höchsten ist es ja hoch genug“, sagt er und lacht.

Noch kann Kleemann nicht loslegen. Ihm fehlen noch zwei Genehmigungen von der Gemeinde Illmensee: Die Gemeinderäte müssen noch dem Bauantrag zustimmen und auch der Bebauungsplan ist vonseiten der Gemeinde noch nicht geklärt. Doch denen blickt er sehr zuversichtlich entgegen.

Der Start des Umbaus verzögert sich dadurch nicht: Kleeemann darf ohnehin erst im Oktober mit dem Umbau beginnen. In den Sommermonaten darf er wegen des Artenschutzes von Fledermäusen und Sperlingen nicht damit beginnen. Kleemann bleibt zuversichtlich, dass er mit den Arbeiten in der kühlen Jahreszeit beginnt, schreckt ihn nicht ab. „Irgendwann bekommt man die Coolness für so ein Projekt“, sagt er und lacht. Er schätzt, dass der Umbau anderthalb Jahre dauern wird und demnach im Frühjahr 2019 abgeschlossen sein wird.

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