Stetten: B31: Eine befriedigende Lösung für alle Beteiligten

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Martina Wolters
B 31-neu: Kompromiss soll Bürger entlasten
Der Vorschlag der Interessengemeinschaft Stetten.
Der Vorschlag der Interessengemeinschaft Stetten.
 (Foto:
GRAFIK: IGV STETTEN
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Stetten sz Über den Tellerrand schauen und gemeinsam nach einer befriedigenden Lösung für alle Beteiligen zu suchen, ist das erklärte Ziel der Interessengemeinschaft Verkehrsplanung B31/33 Stetten(IGV). Daher hat die Gruppe nun eine Kompromisslösung „B31 neu Konsens Plus“ entwickelt und Ende Juni beim Regierungspräsidium eingereicht. Der Vorsitzende Christian Grömmer stellte diese am Montagabend im Stettener Gemeindesaal rund 60 Interessierten vor und erntete positive Rückmeldungen.

Unter den Zuhörern befanden sich neben Bürgermeister Daniel Heß auch Bernd Saibel vom „Bündnis Pro 7.5. Plus“ und Fritz Käser von der „Interessengemeinschaft Verkehrsplanung Ittendorf“. Die Sprecher des Meersburger Initiativkreises „MIK“ waren nicht zugegen.

Unser Ziel ist es, nicht nur nach Stetten zu gucken, sondern eine Kompromisslösung für den gesamten Prüfraum von Immenstaad bis Meersburg zu finden“, unterstrich Grömmer mit Blick auf immer mehr divergierende Gruppierungen rund um die Suche nach einer geeigneten Trassenführung.

Der von der IGV vorgeschlagene Kompromiss lehnt sich weitgehend an die seenahe Planungsvariante 7.5 W2 zwischen Meersburg-West und Immenstaad an, birgt allerdings einige „Zuckerl“ für die Gegner, wie Christian Grömmer betonte.

Der IGV-Vorschlag setzt zunächst bei einer „Trennung der Funktionen“ an: Transit- und Schwerverkehr sollen vorbei an den Ortschaften über die Trasse 7.5 W2 abgewickelt, die Orte selbst über das vorhandene Straßennetz angebunden werden. Den Lastverkehr ab der Meersburger Fähre möchte die Stettener Interessengemeinschaft zum Beispiel in einem Tunnel bei den Serpentinen in der Stettener Straße direkt oder über den Gehautobel verschwinden lassen, um Meersburgs und Stettens Ortskerne zu entlasten.

Lieferverkehr fernhalten

Meersburg und Stetten sollen entsprechend dem Kompromissvorschlag in und von Richtung Überlingen über die bestehende B31 im Bereich Siechenweiher angeschlossen werden. Ein Halbknoten etwa 100 Meter östlich der Brücke über die derzeitige B 31 könnte den Allmendweg mit Meersburg verbinden. Dabei würde laut Christian Grömmer auch das Gewerbegebiet Toren miteingebunden. Der dortige Lieferverkehr könnte so von Meersburgs Oberstadt ferngehalten und die Lieferwagen über den Halbknoten nach Überlingen oder den Sabaknoten in Richtung Stetten, Friedrichshafen und Ravensburg geführt werden.

Außerdem soll eine Tunnellösung 150 Meter östlich der Brücke in der Nähe des vorgesehenen Halbknotens die Ängste von Meersburger Bürgern vor zu viel Lärmbelastung und zu viel Flächenverbrauch entkräften. Die IGV sieht den Tunnel entlang der Trasse 7.5 W2 in Richtung Osten bis kurz vor der Kreisstraße K7747 (Stetten-Riedetsweiler) vor und könnte mit Muttererde abgedeckt und später wieder für Obst- und Weinbau genutzt werden, sagte Grömmer. Letzteres gefiel dem Zuhörer und Meersburger Andreas Volz sehr. Die Lösung sei wesentlich besser für die Natur und bedeute deutlich weniger Geländeverlust, so der Wein- und Spargelanbauer.

Dem Stettener Markus Moosmann sagte der IGV-Kompromiss ebenfalls zu. Vor allem der vorgeschlagene Vollknoten östlich von Stetten, um Stetten und Meersburg in Richtung Friedrichshafen und Ravensburg zu führen, sowie das Gartencenter und die Feuerwehr direkt anzubinden, kam bei ihm gut an. Auch Gastronomie und Einzelhandel sollen laut Christian Grömmer von dem Knoten profitieren. Die Knotenvariante Stetten-Ost mit seiner Anbindung durch die bestehende B 33 würde nur den Schwerverkehr aussondern und den Durchgangsverkehr von Autos aus Meersburg und Stetten weiter durch Stetten leiten.

Bürgermeister Daniel Heß bedankte sich für das Engagement des IGV und sprach sich wie der IGV- Vorstand dafür aus, eine „gemeinsame Lösung für die Region und nicht für einzelne Ortschaften“ zu suchen. Bis 2019 würden die beim Regierungspräsidium eingereichten Varianten geprüft und dann eine Variantenempfehlung ausgesprochen, informierte der Bürgermeister.

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