Allmendingen: „Nur noch vereinzelt Bauplätze im Ort“

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„Nur noch vereinzelt Bauplätze im Ort“
„Gebaut wird nur das, was auch tatsächlich benötigt wird“, sagt Allmendingens Bürgermeister Robert Rewitz.
„Gebaut wird nur das, was auch tatsächlich benötigt wird“, sagt Allmendingens Bürgermeister Robert Rewitz.
 (Foto:
SZ- Prandl
)

Allmendingen sz Anfang kommenden Jahres findet die Bürgermeisterwahl in Allmendingen statt. Amtsinhaber Robert Rewitz will sich im Herbst erklären, ob er noch eine vierte Amtszeit anstrebt. Doch bis zur Wahl hat er noch einiges zu tun: Unter anderem soll im Herbst auch wieder über das geplante Jugendhaus gesprochen werden. Die SZ-Redakteure Nina Merkle und Dominik Prandl haben mit dem Bürgermeister über das erste Halbjahr und die Pläne für den Herbst gesprochen.

Herr Rewitz, in den vergangenen Wochen gab es Irritationen bei den Eltern wegen der Kindergartenplätze. Ist die Gemeinde vom erhöhten Bedarf an Ganztagsplätzen überrascht worden?

Ich sage schon lange, dass wir in den kommenden Jahren einen erhöhten Bedarf an Ganztagsbetreuungsplätzen haben werden. Der Regelkindergarten mit drei Stunden vormittags und drei Stunden nachmittags wird mittelfristig nicht mehr nötig sein. Gemeinsam mit der Kirche haben wir uns vor einigen Jahren entschieden, das Kinderhaus Don Bosco auszubauen und dort 30 Krippenplätze zu schaffen. Perspektivisch wird die Einrichtung nur noch eine Ganztagseinrichtung sein. Die Zeiten, dass man sich den Wunschkindergarten aussuchen kann, sind damit wohl vorbei.

Aber reichen die Plätze in Don Bosco denn aus?

Wenn der Bedarf der Eltern für Ganztagsbetreuungsplätze weiter steigt, brauchen wir auch in St. Maria Elemente der Ganztagsbetreuung. Räumliche Ressourcen für einen Ruheraum und einen Essensraum gäbe es dort. Aber die Gemeinde wird sich hier mit der Kirche als Träger abstimmen und von Seiten der Kirche heißt es bisher, dass man mit den vorhandenen Plätzen auskomme. Gebaut wird nur das, was auch tatsächlich benötigt wird.

Wie sieht es denn mit der Ganztagsbetreuung in der Schule aus?

An der Schule haben wir bisher an drei Tagen eine Nachmittagsbetreuung. Nun gibt es eine Elterninitiative, die sich für ein erweitertes Angebot einsetzt, hier werden wir Gespräche führen, wie dieser Wunsch umgesetzt werden könnte.

Im Frühsommer hat der Gemeinderat den Haushalt für das laufende Jahr verabschiedet. Die Sanierung des Waldfreibads musste erneut aufgeschoben werden.

Geht das noch lange gut?

Das Waldfreibad ist eine freiwillige und keine Pflichtaufgabe der Gemeinde. Das heißt aber nicht, dass das Bad nicht für die Gemeinde sehr wichtig wäre. Aber die Sanierung würde 3,5 Millionen Euro kosten. Und wir müssen noch einiges abarbeiten, was tatsächlich Pflicht ist. Ich weiß nicht, ob es Ausdruck besonderer kommunalpolitischer Verantwortung wäre, wenn man jetzt Pflichtaufgaben vernachlässigt, damit das Schwimmbad saniert werden kann. Wir machen jedes Jahr Unterhaltungsmaßnahmen, haben ein Beachvolleyballfeld geschaffen und die Badegäste fühlen sich wohl. Wir mussten auch noch keinen Tag wegen technischer Probleme schließen. Auch stellt sich die Frage, ob wir drei Millionen Euro für drei Monate im Jahr in die Hand nehmen sollten.

Was steht denn an wichtigen Projekten in der kommenden Zeit auf der Agenda?

In den Haushaltsplan für dieses Jahr haben wir die Abwasserbeseitigung Schwörzkirch mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt, dem Bau von Gehwegen und Lehrrohren für Glasfaser aufgenommen. Kommendes Jahr wollen wir hier mit dem Bau beginnen. Auch in Pfraunstetten müssen wir das Thema Abwasserbeseitigung dann noch angehen. Bis 2020 haben wir hierfür eine Million Euro eingeplant. Eigentlich habe ich in meinen bisherigen Amtsperioden rückblickend fast nur Geld im Boden vergraben.

Was ist bis zur Wahl noch zu tun?

Ab September wird unter anderem an der Ladestraße in Allmendingen gebaut. Zudem könnte dann eventuell auch der Bau der geplanten Seniorenwohnungen beginnen und wir werden ab Herbst wieder über das Jugendhaus und die mögliche Ausgestaltung der Einrichtung sprechen.

Wie wird es denn in Sachen Feuerwehrhaus auf den Lutherischen Bergen weitergehen?

Hier haben wir ein Grundstück in Weilersteußlingen in Aussicht, das nun gekauft werden muss. Dann wird es einen Wettbewerb der guten Ideen von mehreren Architekten geben, um Ideen zur optischen Gestaltung zu bekommen, denn das neue Domizil der Feuerwehr soll sowohl praktisch als auch städtebaulich ansprechend sein.

Die Gewerbeflächen und Bauplätze in der Gemeinde werden rar. Besteht hier bald Handlungsbedarf?

Die Fortschreibung des Flächennutzungsplans läuft. Im Herbst werden wir auch hierüber im Gremium sprechen. Zudem steht dann auch der Bebauungsplan Allmendingen Süd wieder auf dem Plan. Momentan gibt es im Ort nur noch vereinzelt Bauplätze und zahlreiche Baulücken sind in privater Hand.

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