Geschliffene Worte reichen nicht

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Tobias Schmidt
Geschliffene Worte reichen nicht

Tobias Schmidt
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sz Frank-Walter Steinmeier sei der richtige Mann für diese unruhige Zeit, heißt es immer wieder. Aber wird er die hohen Erwartungen erfüllen können? Hoffnung, Zuversicht, Mut sind die Leitmotive, die sich der Ex-Außenminister für seine Amtszeit gesetzt hat. Mut, das wird auch heißen, die Politik der Bundesregierung in den Blick zu nehmen und zu brennenden Fragen der Zeit selbstbewusst Stellung zu beziehen. Gauck, der protestantische Pfarrer aus der DDR, hat mehrfach Akzente gesetzt und Debatten angestoßen.

Anders als Gauck ist Steinmeier engstens mit dem politischen Betrieb verbunden, hat lange mitregiert, wollte selbst Regierungschef werden. Als Außenminister glänzte er auch deswegen, weil er es meisterlich verstanden hat, niemandem auf die Füße zu treten, selbst mit den ärgsten Widersachern stets freundlich und diplomatisch zu bleiben. Klare Kante gegenüber Russland? Scharfe Worte gegenüber Ankara? Man darf gespannt sein, ob der freundliche Herr Steinmeier die Freiheit, die sein neues Amt bietet, zu nutzen weiß, um den Finger in Wunden zu legen. Geschliffene Worte werden nicht ausreichen, um ein großer Bundespräsident zu werden.

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