Zum EU-Jubiläum: Kunst aus dem Westerwald in Brüssel

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Zum EU-Jubiläum: Kunst aus dem Westerwald in Brüssel
Susanne Boerner + «European Citizens»
Bringt Farbe in die Stadt: Die Künstlerin Susanne Boerner hat überlebensgroße «European Citizens» geschaffen, die nun vor dem Gebäude der EU-Kommission in Brüssel ihren Platz gefunden haben.
 (Foto:
Jan-Nikolas Picker
)

Brüssel dpa Witz und Farbe kann das graue Brüsseler Europaviertel gut vertragen. Eine Künstlerin aus dem Westerwald bringt beides. 13 „European Citizens“ („Europäische Bürger“) aus Metall und Ton hat Susanne Boerner aus Ransbach-Baumbach in Rheinland-Pfalz entworfen.

An diesem Montag sind die Skulpturen zum 60. Jahrestag der Römischen Verträge am 25. März eingeweiht worden.

Die Körper aus verrostetem Metall, die Köpfe aus Ton - bunt, individuell und mit einem Hauch Humor. Eine Figur hat lilafarbene Haare, die andere einen Vogel auf dem Kopf - „die Leute sollen schmunzeln, wenn sie vorbeigehen“, sagt Boerner, die seit mehr als 30 Jahren künstlerisch tätig ist. „Ich möchte gute Stimmung in die Welt bringen. Die Welt ist so hart, das ignoriere ich einfach.“ Die Skulpturen wurden fest montiert und sollen dem Ort mehr Leben einhauchen.

Der kleine Platz, um den die „European Citizens“ platziert wurden, könnte kaum passender sein: Er ist benannt nach dem Franzosen Jean Monnet, einem der Gründerväter der europäischen Einigung.

Der Gemeinschafts- und Freiheitsgedanke der EU war Boerner beim Gestalten ihrer abstrakt gehaltenen männlichen und weiblichen Figuren besonders wichtig. „Sie dürfen zeigen, was sie sind, ohne Angst zu haben. Es sind freie Menschen, die sich bewegen können, wo sie wollen, wie sie wollen, innerhalb der EU“, sagt die 56-Jährige.

Mit der Unterzeichnung der Römischen Verträge legten sechs Staaten dafür 1957 einen Grundstein. Aus der damals gegründeten Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) entstand später die EU mit ihren mittlerweile (noch) 28 Ländern.

Der Auftrag sei kurz nach der Frankfurter Messe „Ambiente“ im Februar 2016 gekommen, erinnert sich Boerner. Dann habe es Kontakt mit Brüssel gegeben. Nachdem das gemeinsame Konzept geklärt war, ging die Arbeit los.

Am Montag, etwas mehr als ein Jahr danach und kurz vor dem Jubiläumstag der EU, weihte die Wirtschaftsreferentin der Stadt Brüssel, Marion Lemesre, das Denkmal ein. Es sei dem Geist der europäischen Solidarität gewidmet - „die Menschen sind alle gleich“, sagt sie.

Boerner selbst hält sich bei der Zeremonie zurück. „Ich kann sehr gut mit meinen Händen arbeiten“, sagt sie. Reden halten sei nicht so ihr Ding. Der Auftrag sei etwas Besonderes gewesen. Viel besonderer als das, was sie sonst gemacht habe. Und dazu gehörten schon Ausstellungen in Japan und Korea. Ändern wird sich für Boerner erstmal nichts. Am Tag nach der Zeremonie geht es wieder in die Werkstatt. Handarbeit statt große Worte.

Offizielle Website der EU - Geschichte

Website Susanne Boerner

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