Litauen auf der Leipziger Buchmesse

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Litauen auf der Leipziger Buchmesse
Litauen in Leipzig
Eine Skulptur mit dem Schriftzug «#LAISVE» (#Freiheit) vor dem Präsidentenpalast in Vilnius, Litauen.
 (Foto:
Birgit Zimmermann
)

Leipzig dpa Litauische Schriftsteller sind allesamt Jongleure. Kein einziger Autor könne allein vom Schreiben leben, sagt Ausrine Zilinskiene, Direktorin des Litauischen Kulturinstitutes in Vilnius.

Deswegen sind die Poeten des baltischen Landes nebenher Übersetzer, Dozenten oder Journalisten. Mit einem Gastland-Auftritt auf der Leipziger Buchmesse (23. bis 26. März) will sich Litauen stärker ins Bewusstsein der deutschen Leserschaft bringen. In Leipzig plant das kleine Land einen großen Auftritt.

26 Bücher haben die Litauer im Gepäck. „Darauf sind wir sehr stolz“, sagt Zilinskiene. Durchschnittlich würden sonst pro Jahr nur zwei bis vier Bücher ins Deutsche übertragen. Die Litauen-Präsentation auf der Leipziger Buchmesse, zu der noch mehr als 50 Veranstaltungen im Rahmenprogramm gehören, wird vom Kulturinstitut und dem Kulturministerium finanziert. Zilinskiene ist überzeugt: „Es lohnt sich. Mit Kultur kann man sehr viel über ein Land sagen.“

Einer der litauischen Jongleure ist Laurynas Katkus. Der 1972 in Vilnius geborene Lyriker und Prosa-Autor gehört zur jüngeren Schriftsteller-Generation. Nachdenklichkeit schwingt mit, wenn er über die zeitgenössische Literatur seines Heimatlandes redet. Es gebe einen Trend zum „Neoliberalismus in der Literatur“, der den Lesern Spaß und Unterhaltung servieren wolle.

Die Themen der Bücher, die in Leipzig präsentiert werden, sind jedoch vielfältig. Katkus zum Beispiel ist mit einem Essay-Büchlein vertreten, das aus persönlicher Sicht das belastete Verhältnis Litauens zu Russland beleuchtet. Dies ist eines der aktuellen Themen der litauischen Literatur, das erst nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion 1990 überhaupt angefasst werden konnte. Ein anderes ist die Zeit nach diesem Umbruch, als sich das Land neu erfinden musste. Aber es gibt auch Autoren wie Undine Radzeviciute, die in keine Schublade passt, wenn sie in „Fische und Drachen“ über Europas Blick auf China schreibt.

Der Buchmarkt in Litauen ist klein. Die durchschnittliche Auflage eines Buches lag in den vergangenen Jahren jeweils bei rund 1300 Exemplaren, sagt Aida Dobkeviciute, die Chefin des Verlegerverbandes. Ab 3000 Exemplaren spreche man von einem Bestseller. In Deutschland ist diese Zahl um ein Vielfaches höher, auch wenn es nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels keine wirkliche Definition für einen Bestseller gibt.

Für ihn als Schriftsteller sei weniger der kleine Markt ein Problem, sagt Laurynas Katkus. „Das Problem ist eher, dass die benachbarten Berufe so schlecht bezahlt sind.“ Deswegen reicht ein Zusatz-Job den meisten Autoren auch nicht aus.

In Leipzig will sich Litauen ausdrücklich als europäisches Land und Teil der EU präsentieren. „In Litauen lebt die europäische Idee“, sagt der Direktor der Buchmesse, Oliver Zille. Allerdings haben die wirtschaftlichen Probleme und die Freizügigkeit dem Land einen Brain-Drain beschert. Knapp drei Millionen Menschen leben in Litauen, Hunderttausende haben das Land verlassen. Allein in Großbritannien leben 200 000 Litauer, sagt Außenminister Linas Linkevicius.

Für die Zukunft ist Linkevicius allerdings optimistisch. Er habe keinen Zweifel, das viele der Auswanderer zurückkommen wollten, sagt der Außenminister. „Es kommen auch jetzt schon welche zurück, nur noch nicht in dem Ausmaß, in dem wir es gerne hätten.“

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Leipziger Buchmesse

Steckbrief des Auswärtigen Amtes zu Litauen

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