Walter Trout: Der alte Mann und die Gitarre

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Walter Trout: Der alte Mann und die Gitarre
Ein Fest für Bluesfans ist „We’re All In This Together“.
Ein Fest für Bluesfans ist „We’re All In This Together“.
 (Foto:
Austin Hargave
)

Ravensburg sz Blaue Stunde mit Freunden: Der US-Bluesrocker Walter Trout versammelt auf seinem neuen Album „We’re All in This Together“ (Provogue/Mascot) Genregrößen von Kenny Wayne Sheppard bis Joe Bonamassa. Das ist handwerklich erlesen und überzeugend in Szene gesetzt, obwohl die Gastbeiträge nicht gemeinsam im Studio eingespielt wurden, sondern übers Netz eingeschickt wurden. Allerdings ist die Scheibe wohl eher etwas für eingefleischte Blueskenner – und bei aller Brillanz auch ein wenig überraschungsfrei ausgefallen.

Frau weg, Kühlschrank alle, Konto leer – aber irgendwie wird es schon weitergehen und irgendwie ist die Geschichte ja auch cool, weil man sie dem besten Freund bei einem Bier erzählen kann: Davon handelt gefühlt jeder zweite Bluessong, und auch auf seinem 14. Soloalbum versucht sich Walter Trout gar nicht erst an stilfremden Experimenten. Wieso sollte er auch? In den 1980er-Jahren stand Trout mit Canned Heat („On The Road Again“) auf der Bühne, spielte mit John Mayall und verfolgte dann ain den 1990er- und 2000er-Jahren seine Solokarriere.

2014 starb Trout beinah an einer Lebererkrankung, konnte dank eines Spenderorgans aber weiterleben. Ein einschneidendes Erlebnis, das 2015 die Platte „Battle Scars“ prägte. „We’re All in This Together“ wirkt nun wie ein befreites Stelldichein mit Freunden. Für jeden seiner Gastmusiker hat Trout einen Song geschrieben, und allein die Namen lesen sich wie ein Wer ist Wer der Bluesrockszene.

Sonny Landreth ist beim beschwingten Groover „Ain’t Goin’ Back“ zu hören, bereits erwähnter John Mayall veredelt „Blues for Jimmy T.“ mit einem Mundharmonika-Part. Warren Haynes, Robben Ford und Eric Gales sind ebenfalls an Bord, mit ihnen spielt Trout auch in der Band „The Supersonic Blues Machine“ zusammen. Besonders hittauglich wirkt „She Listens to The Blackbird Sing“ mit dem Südstaaten-Bluesrocker Mike Zito. Für den Titeltrack kam Joe Bonamassa übrigens doch persönlich ins Studio. Sein Gitarrenton ist unverkennbar, nicht umsonst gilt der 40-Jährige als einer der weltbesten Bluesgitarristen. Ein Fest für Bluesfans.

Live: 3.11. CH-Zürich, Kaufleuten.

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